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TRUMP TRIFFT KIM: Hanoi fiebert dem Gipfel entgegen

Der Eine reiste im Zug, der Andere deutlich fixer im Flieger: Nordkoreas Machthaber Kim und US-Präsident Trump sind in der vietnamesischen Hauptstadt eingetroffen. Ihr Gipfel beginnt mit einem Abendessen. Und dann?

Vietnam - Haarschnitt nach Kim Jong Un (picture-alliance/dpa/MAXPPP/Kyodo)Ein junger Vietnamese lässt sich die Haare nach Art von Kim Jong Un schneiden

Die Chinesen haben schon mal eine Idee: Donald Trump und Kim Jong Un sollten sich bei ihrem Gipfel in Hanoi „auf halbem Wege treffen und die angemessenen Besorgnisse des jeweils anderen in Betracht ziehen“. China hoffe, das zweite Treffen der beiden Staatsmänner werde erfolgreich und führe zu bedeutenden Fortschritten in Richtung „Denuklearisierung“ sowie zu Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel, sagte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang in Peking.

Russland fordert derweil Sicherheitsgarantien von Washington für einen Verzicht Pjöngjangs auf Atomwaffen. Zudem brauche Nordkorea auch einen nachlassenden wirtschaftlichen Druck, sagte der Chef des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, der Zeitung „Argumenty i Fakty“. Der frühere Geheimdienstchef sagte auch, dass Trumps Entschlossenheit und Beharrlichkeit in der Frage einen gewissen Optimismus erlaubten.

Hanoi steht Kopf

Nach mehr als 20 Stunden Flug ist der US-Präsident am Dienstagabend um 20.54 Uhr (Ortszeit) in der vietnamesischen Hauptstadt eingetroffen. Die Präsidentenmaschine Air Force One hatte auf dem Weg Tankstopps in Großbritannien und in Katar eingelegt. Nach seiner Ankunft bedankte er sich auf Twitter für den „großartigen Empfang in Hanoi. Gewaltige Menschenmengen, und so viel Liebe!“

Nordkoreas Machthaber war bereits am Morgen mit seinem kugelsicheren grünen Sonderzug eingetroffen. Er hatte 66 Stunden für die rund 4000 Kilometer lange Zugstrecke benötigt. Auf seiner Fahrt durch Hanoi in einer gepanzerten Limousine wurde Kim Jong Un gefeiert wie ein Popstar.

Vietnam - Kim Jong Un erreicht Hanoi (picture-alliance/dpa/MAXPPP/Kyodo)Da wir ohnehin nicht wissen, in welchem der Autos Kim Jong Un sitzt, ist es nicht so schlimm, wenn wir es nicht sehen

Acht Monate nach ihrem historischen Gipfel in Singapur wollen Trump und Kim bei ihrem zweiten Treffen in Vietnam über einen Fahrplan für Frieden und Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel sprechen. Trumps Ziel ist die atomare Abrüstung Nordkoreas. Im Gegenzug stellt der US-Präsident eine wirtschaftliche Entwicklung des verarmten und international isolierten Landes in Aussicht.

Den Krieg beenden? Oder vielleicht mal Begriffe klären?

Zu welchen Ergebnisse dieser Gipfel tatsächlich führen könnte, ist indes völlig offen. Denkbar wäre, dass beide Seiten den Koreakrieg von 1950 bis 1953 nun doch für beendet erklären – als ersten, symbolischen Schritt auf dem Weg zu einem Friedensvertrag. In Singapur hatte Kim seine grundsätzliche Bereitschaft zur „vollständigen Denuklearisierung“ erklärt. Er gab aber keine konkreten Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffen- und Raketenarsenal abrüsten will. Und aus dem Weißen Haus hatte es zuletzt geheißen, bislang gebe es überhaupt kein gemeinsames Verständnis mit der nordkoreanischen Seite darüber, „was Denuklearisierung ist“.

Vietnam Hanoi - Restaurant serviert Trump und Kim Jong Un inspirierte Burger (picture-alliance/AP Photo/H. Dinh)Geschäftstüchtiger Burgerkoch: Er serviert in Hanoi einen „Durty Donald“ mit extra viel Käse und einen „Kim Yong Yam“

US-Außenminister Mike Pompeo nannte den bevorstehenden Gipfel eine „wichtige Gelegenheit“, um auf den Ergebnissen des ersten Treffens in Singapur aufzubauen. Pompeo sprach in Hanoi von verbesserten Beziehungen, dauerhaftem Frieden und „vollständiger Denuklearisierung“ Nordkoreas – was immer das auch heißen mag. Der Präsident jedenfalls hat vor seiner Abreise in gewohnter Manier einen „sehr enormen Gipfel“ angekündigt.

rb/uh (afp, ap, dpa, rtr)

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Vietnam erstmals an Expo Leipzig – Deutschland

Die Leipziger Messe findet vom 23. Februar bis 3. März 2019 in Leipzig – Sachsen – Deutschland statt.

Die Leipziger Messe gilt als eine der größten und erfolgreichsten Verbrauchermessen in Deutschland. An jeder Messe haben rund 1000 Aussteller aus 20 Ländern teilgenommen. Mit einer Fläche von rund 120.000 m2, von denen 60.000 m2 für die Ausstellung von ausstellenden Branchen wie Lebensmittel, Spezialitäten, Mode, Reisen, Kunst, Haushaltsgeräte, innovative Produkte … verwendet werden. Laut der Forschungsgruppe Medien GmbH(FGM) – Leipzig zieht die Leipziger Expo jährlich fast 200.000 Besucher an.

Aufgrund der partnerschaftlichen Beziehung zwischen Leipzig und Ho-Chi-Minh-Stadt wurde Vietnam im Jahr 2019 zum ersten Mal von Deutschland als Hauptpartner der Messe eingeladen. In den letzten 2 Jahren hat Deutschland Italien (2017) und Spanien (2018) als Hauptpartnerland ausgewählt.

Die deutsche Seite hat Vietnam das uneingeschränkte Recht eingeräumt, die Glashalle zu nutzen – das zentralste Gebiet der Messe, um Vietnam auszustellen, einzuführen und zu inserieren, und dies als das wichtigste Highlight dieser Messe zu betrachten.

Die Leipziger Messe ist eine Gelegenheit für Vietnam, deutschen Freunden und internationalen Touristen die sozioökonomischen Errungenschaften Vietnams in der vergangenen Zeit zutiefst vorzustellen, die Möglichkeit, die Wirtschaftsbeziehungen zu fördern, Handel und Tourismus; Die Entwicklung der vietnamesischen Landwirtschaft und Fischereiindustrie bekanntzumachen …; Gleichzeitig fördert die deutsch-vietnamesische Investitionszusammenarbeit insbesondere und die EU-Vietnam im allgemeinen.

Le Hoang

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BREXIT: „Konstruktive“, aber ergebnislose Gespräche in Brüssel

Theresa May wollte die EU von Zugeständnissen in Sachen Brexit überzeugen. Doch viel erreichte sie beim Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht. Noch diesen Monat wollen sich beide erneut treffen.

Belgien May trifft Juncker auf Suche nach Brexit-Durchbruch in Brüssel (Getty Images/T. Monasse)May in Brüssel: Das Gespräch mit Kommissionspräsident Juncker kam zu keinem neuen Ergebnis

Nachdem das britische Unterhaus ihren mit der EU ausgehandelten Brexit-Deal im Januar abgelehnt hatte, setzte die britische Premierministerin auf Nachverhandlungen mit Brüssel. Die EU lehnte das strikt ab. Das Gespräch mit EU-Kommissionschef Juncker am Mittwochabend sollte diesbezüglich Fortschritte bringen. Doch mehr als Absichtserklärungen gab es am Ende nicht. Juncker hatte bereits vor dem Gespräch gesagt, man werde freundlich miteinander reden, aber er erwarte eher keinen Durchbruch.

Harte Grenze auf der irischen Insel vermeiden

„Die beiden Spitzenpolitiker waren sich einig, dass die Gespräche konstruktiv verliefen, und sie wiesen ihre beiden Teams an, die Optionen in einem positiven Geist zu prüfen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. In den nächsten Tagen werde man erneut Bilanz ziehen. Der Zeitplan sei eng, und es sei von historischer Bedeutung, „die EU und Großbritannien auf einen Weg hin zu einer tiefen und einzigartigen künftigen Partnerschaft zu führen“. May und Juncker bekräftigten ihre Zusage, eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland zu vermeiden und die Integrität des EU-Binnenmarktes sowie des Vereinigten Königreiches zu wahren. Man habe zudem über Alternativen gesprochen, die in der Zukunft den sogenannten Backstop  – die Auffanglösung für Nordirland – ersetzen könnten. Beide Seiten hätten zugesichert, dass der Backstop nur vorübergehend gelten solle. Außerdem hätten May und Juncker darüber diskutiert, ob Ergänzungen oder Änderungen am Austrittsvertrag möglich seien, die sowohl mit der Position der EU als auch mit der Großbritanniens übereinstimmten. Beide wollen noch diesen Monat erneut zu einem Gespräch zusammenkommen.

Dauerstreit um Backstop-Lösung

Der Backstop ist seit Monaten Haupt-Streitpunkt zwischen Großbritannien und der EU. Das ist eine von der EU geforderte Garantie, dass die EU-Außengrenze zwischen dem Mitgliedsland Irland und dem britischen Nordirland offen bleibt. Wenn keine andere Lösung gefunden wird, soll das Vereinigts Königreich in einer Zollunion mit der EU bleiben. Für Nordirland sollen zudem einige Regeln des Binnenmarkts gelten. Brexit-Befürworter befürchten, das binde Großbritannien auf Dauer zu eng an die EU und halte Nordirland in einem Sonderstatus. Kommt der Vertrag nicht zustande, würden die vereinbarte Übergangsfrist bis Ende 2020 und die Eckpunkte für eine enge Handels- und Sicherheitspartnerschaft entfallen. Die Wirtschaft befürchtet für diesen Fall Verwerfungen. Beide Seiten wollen das unbedingt vermeiden. Die EU-Kommission bekräftigte aber am Mittwoch, die EU sei inzwischen gut gewappnet für alle denkbaren Szenarien.

Hunt: „Wollen beste Freunde bleiben“

Während May in Brüssel versuchte, Überzeugungsarbeit zu leisten, putzte ihr Außenminister Jeremy Hunt in Berlin die Klinken: Er hielt zunächst eine Rede bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Darin rief er die EU-Staaten dazu auf, die künftige Zusammenarbeit nicht mit einem ungeordneten Brexit zu riskieren. „Jetzt schlägt die Stunde einer großzügigen und weitsichtigen Führung“, sagte er. Deutschland und Großbritannien müssten Seite an Seite bleiben, auch bei der Vorbeugung vor Terror. „Wir sind entschlossen, die besten Freunde zu bleiben“, sagte Hunt.

Pressekonferenz mit Heiko Maas und Jeremy Hunt (picture-alliance/A. Hosbas)Beste Freunde? Jeremy Hunt und Heiko Maas

Maas: „Die Zeit läuft uns davon“

Nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) betonte Hunt, beide Seiten seien sich einig, dass es „eine Katastrophe“  wäre, wenn der Brexit ohne Abkommen ablaufe. Einen Aufschub des Brexit-Datums lehnte der britische Außenminister ab. Dies würde nur zu einer politischen „Lähmung“  führen, sagte er. Sollte die EU dagegen Kompromissbereitschaft beim Backstop zeigen, sei er zuversichtlich, dass seine Regierung das Brexit-Abkommen durch das Parlament bringen könne. Nach seiner Überzeugung sei es „mit politischem Willen und Kreativität absolut möglich“, zu einer Einigung zwischen Großbritannien und der EU in dieser Frage zu kommen. Maas betonte, alle Seiten suchten derzeit  nach Möglichkeiten, einen harten Brexit zu verhindern. „Doch so langsam beginnt uns die Zeit wegzulaufen“. Er begrüße es, dass die Vorstellungen nun konkreter würden, wie eine Annäherung aussehen könne.

Hunt traf sich außerdem mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Dobrindt rief die EU danach zu weiteren Verhandlungen mit London über einen geordneten Brexit auf. Man müsse weiter zu konstruktiven Gesprächen bereit sein. „Ein harter Brexit wäre ein harter Schlag für uns alle. Dazu darf es nicht kommen“. Man wolle eine möglichst enge Partnerschaft mit den Briten, „eine Partnerschaft Doppelplus“.

Pro And Anti Brexit Protests In London, UK (picture alliance/dpa/W. Szymanowicz)Sarah Wollaston, eine der Abgeordneten, die den Tories und damit May den Rücken kehrten

May war geschwächt angereist: Kurz vor dem Abflug hatte sie weiter Rückhalt in den eigenen Reihen verloren. Die drei Tory-Abgeordneten Heidi Allen, Sarah Wollaston und Anna Soubry traten unter Protest aus ihrer konservativen Regierungspartei aus und schlossen sich der neu gebildeten „Unabhängigen Gruppe“ von Brexit-Gegnern an, die erst Anfang der Woche von Ex-Labour-Abgeordneten gegründetworden war.

Nächste Woche soll May dem Unterhaus Bericht erstatten. Dann könnte eine neue Abstimmungsrunde folgen. Die Ausgangslage wird nicht nur mit dem Fraktionsaustritt der drei Abgeordneten noch unübersichtlicher – sollten sich EU und Großbritannien bis zur Abstimmung nicht auf einen Deal einigen können, wollen Medienberichten zufolge 15 Minister und Ministerinnen der britischen Regierung gegen einen EU-Austritt stimmen.

Am Donnerstag wird Jeremy Corbyn, Chef der oppositionellen Labour-Partei, in Brüssel zu Gesprächen mit EU-Verhandlungsführer Michel Barnier erwartet.

Quelle: https://www.dw.com/de/konstruktive-aber-ergebnislose-gespräche-in-brüssel/a-47606977

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VIETNAM-KRIEG – Kim Phuc: „Ich dachte, nun würde ich hässlich sein“

Sie ist „das Mädchen auf dem Foto“, eine Ikone des Vietnamkriegs. Am Montag ist Kim Phuc für ihren Einsatz für kriegstraumatisierte Kinder mit dem „Dresden-Preis“ ausgezeichnet worden. Die DW hat sie dort getroffen.

Das Foto ging um die Welt: Menschen fliehen vor dem Flammenmeer, das ihr Dorf in Schutt und Asche legt. Eine der Flüchtenden: ein nacktes Mädchen mit verbrannter Haut. Es ist die neunjährige Phan Thi Kim Phuc.

Der Fotograf Nick Ut bringt die verletzten Kinder auf dem Foto in ein Krankenhaus in Saigon, Kim Phuc überlebt knapp mit schwersten Verbrennungen. Als junge Frau wird sie vom kommunistischen Regime in Vietnam ausfindig gemacht, das sie für die Staatspropaganda benutzt. 1992 dann entflieht sie der Staatsmacht: Auf einem Flug von Kuba nach Russland verlässt Kim Phuc mit ihrem Ehemann bei einem Zwischenstopp in Kanada das Flugzeug und erhält politisches Asyl. 1997 wird sie kanadische Staatsbürgerin und gründet die Kim Phuc Foundation – eine Stiftung, die kriegstraumatisierten Kindern medizinische und psychologische Hilfe anbietet. Nun wurde sie für ihre Arbeit mit dem internationalen Friedenspreis „Dresden-Preis“ ausgezeichnet.

Ihr Rufname Kim Phuc bedeutet „Goldenes Glück“, sagt die 55-Jährige, und inzwischen könne sie sich mit diesem Namen identifizieren.

DW: Kim Phuc, erinnern Sie sich noch an das erste Mal, als Sie das Foto gesehen haben?

Phan Thi Kim Phuc: Ja, ich erinnere mich sehr gut. Es war, als ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam. Ich habe mich sehr geschämt. Warum war ich nackt, und meine Brüder und Cousins hatten Kleider an? Mein Gesicht war so hässlich, so verzweifelt, ich weinte … Als Kind fand ich das Bild so hässlich. Ich mochte es überhaupt nicht.

Wann hat sich das geändert?

Mit dem Älterwerden. Und zehn Jahre später war mir klar, welch großen Einfluss dieses Bild auf die Menschen hatte. Ich schämte mich nicht mehr, aber es bedeutete mir auch nicht allzu viel, bis ich selbst Mutter wurde. Mit meinem Sohn auf dem Arm habe ich mir das Bild angesehen und dachte: Keinem Kind auf der Welt darf solches Leid angetan werden, wie diesem kleinen Mädchen da. Von dem Augenblick an gab mir das Bild Kraft. Als es aufgenommen wurde, hatte ich keine Wahl. Jetzt bin ich frei, ich habe eine Wahl, und dieses Bild hat mich dazu gebracht, mich für den Frieden einzusetzen.

Phan Thi Kim Phuc und Nick Ut (picture alliance/ZUMA Press/R. Chiu)Kim Phuc mit dem Fotografen und Pulitzer-Preisträger Nick Ut 1994 in Los Angeles

„Ich sah vier Bomben fallen, und dann war überall Feuer“

Wie erinnern Sie sich an den Moment, in dem das Bild aufgenommen wurde?

Ich war gerade neun Jahre alt geworden. Der Sommer lag vor uns und vor mir die vierte Klasse. Als meine Eltern erfuhren, dass der Krieg unser Dorf erreichen würde, haben wir Zuflucht im Tempel gesucht und uns dort für drei Tage versteckt. Als wir gerade beim Mittagessen waren, kam ein Soldat und schrie, wir sollten laufen. Aber ich blieb wie angewurzelt vor dem Tempel stehen. Dann ging alles unglaublich schnell: Ich sah vier Bomben fallen, und dann war überall Feuer. Es brannte mir die Kleider vom Körper, und ich sah, wie es meinen linken Arm verbrannte. Und ich weiß noch, ich dachte, nun würde ich hässlich sein.

Dann packte mich die Angst und ich fing an zu rennen. Erst als ich aus den Flammen herauskam, sah ich meine Brüder, meinen Cousin und ein paar Soldaten, und ich rannte, bis ich vor Erschöpfung zusammenbrach. Ein Soldat gab mir etwas Wasser, er goss Wasser über mich, und dann wurde ich ohnmächtig. Und dieser Moment – vor allem wegen des Fotos – änderte mein Leben für immer.

Wie hat das Ihr Leben verändert?

Meine Haut wird nie wieder sein wie früher. Ich habe große Schmerzen. Als Kind habe ich deswegen sehr viel geweint. 14 Monate lang blieb ich im Krankenhaus, während dieser Zeit wurde ich 16 Mal operiert. Später wurde ich ein weiteres Mal operiert, und zwar in Deutschland, um die Beweglichkeit der Haut zu erhöhen. Ich habe meine Kindheit verloren, ein ganzes Schuljahr verpasst. Das habe ich später aufgeholt (lacht), aber ich war traumatisiert, ich hatte häufig Alpträume. Und wir haben bei dem Angriff alles verloren: Wir haben wirklich nur überlebt.

Kim Phuc Vietnam Napalm Angriff (picture-alliance/AP Photo/N. Ut)Das Foto „The Terror of War“ des Fotografen Nick Ut vom 8. Juni 1972 wurde zum „Pressefoto des Jahres“ gewählt

„So wurde ich zum zweiten Mal Opfer einer Macht“

Haben Sie sich als Opfer gefühlt?

Als Kind habe ich darüber nicht viel nachgedacht, aber später schon. Ich sehe jeden Tag meine Narben, muss mit den Schmerzen fertig werden. Aber ich bin nicht nur ein Opfer des Krieges. Als die vietnamesische Regierung mich entdeckte, begannen Sie mich für ihre Propaganda zu benutzen: Ich konnte nicht mehr zur Schule gehen, meinen Träume nicht mehr nachgehen, ich stand unter permanenter Kontrolle. So wurde ich zum zweiten Mal zum Opfer einer Macht. Aber gerade deswegen bin ich so dankbar für das, was ich heute habe: Weil ich durch den Krieg gegangen bin, kenne ich den Wert des Friedens. Und ich weiß ihn zu schätzen.

Wann haben Sie die Kontrolle über Ihr Leben zurückgewonnen?

Wenn ich frei bin, habe ich eine Wahl. Als Kind hatte ich Träume, große Träume. Und es war lange Zeit schwierig, diese Träume aufrechtzuerhalten. Als ich in Kanada geblieben bin, wusste ich, dass ich das Richtige tat. Und jetzt bin ich frei. Dafür bin ich sehr dankbar.

„Ich kann diesen Kindern sagen: Ich war da, wo du jetzt bist“

Jetzt helfen Sie Kindern, die Opfer von Krieg geworden sind. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Ich war eines der Millionen von Kindern, die Opfer von Kriegen werden. Und ich bin so dankbar dafür, dass man mir eine Zukunft gegeben hat! Und ich danke Gott, dass ich noch lebe. Und ich lebe nicht in Kummer, Bitterkeit oder Hass, sondern mit der Liebe der Menschen, die mich umgeben. Sie inspirieren mich, und ich habe nun die Möglichkeit, etwas zurückzugeben. Ich kann diesen Kindern sagen: Ich war da, wo du jetzt bist, und ich möchte dir helfen. Wenn du von Schmerzen sprichst, verstehe ich dich, wenn du von Hass und Gewalt sprichst, verstehe ich dich. Was du brauchst, ist Frieden und Freude. Und ich tue das nicht aus einer Pflicht heraus, sondern weil sie mir wirklich am Herzen liegen.

Wenn Sie sich die Welt heute ansehen, denken Sie, die Dinge werden besser oder sehen Sie mehr Grund zur Sorge?

Ich bin sehr froh, dass so viele Menschen so viel tun, aber es gibt noch viel mehr zu tun.
Wir haben immer die Hoffnung, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und meine Botschaft ist: Wenn jeder lernt, mit Liebe, Hoffnung und Vergebung zu leben, dann brauchen wir keinen Krieg mehr. Und wenn das kleine Mädchen auf dem Bild es kann, dann kann es jeder.

 

Der Dresden-Preis ist ein internationaler Friedenspreis, der seit 2010 jedes Jahr um den Jahrestag der Bombardierung von Dresden am 13. Februar 1945 verliehen wird. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Preisbegründung für Kim Phuc heißt es: „Wir leben in Zeiten, in denen der Hass grassiert. Aber immer wieder sind es gerade Opfer von Gewalt und Krieg, die sich dem Hass verweigern. Sie zeigen menschliche Größe, die alle Hass-Prediger beschämt. So wie Kim Phuc Phan Thi es tut und damit zu einem weltweiten Vorbild geworden ist.“

Das Interview führte Gönna Ketels auf Englisch. Deutsche Adaption: Jan D. Walter

Quelle: https://www.dw.com/de/kim-phuc-ich-dachte-nun-würde-ich-hässlich-sein/a-47468050

 

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Korruption nimmt weltweit zu – auch in Deutschland

Laut der Organisation „Transparency International“ hat die Korruption weltweit zugenommen. In einigen Ländern gebe es „deutliche Rückschritte“. Auch Deutschland wird im Vergleich zum Vorjahr schlechter eingestuft.

Die Vorsitzende von „Transparency International“ Edda Müller ist über die zunehmende Korruption alarmiert

In ihrem aktuellen globalen Korruptionsindex hat die Organisation „Transparency International“ (TI) ein ernüchterndes Fazit gezogen: Die weltweite Korruption nimmt nach ihren Einschätzungen zu. Auch in Deutschland steigt einer Umfrage zufolge die Zahl an Korruptionen und Bestechungen in der Wirtschaft und in den öffentlichen Institutionen. Die Bundesrepublik wurde im Korruptionsindex schlechter als im Vorjahr eingestuft und der Wirtschaftsstandort Deutschland rutschte zwar im Ranking leicht ab, liegt aber dennoch weit über dem internationalen Durchschnitt.

„Offensichtlich existiert hier der Eindruck, dass man mit unlauteren Methoden auch in Deutschland Geschäfte fördern kann“, erklärte Edda Müller, Vorsitzende der TI in Berlin. Besonders die Skandale der deutschen Großkonzerne ließen den Glauben der Menschen an den Rechtsstaat bröckeln. Müller spricht von einem alarmierenden Befund.

Mehr Menschen von Korruption betroffen

Der jährlich veröffentlichte Index misst die in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor in insgesamt 180 Ländern. 2018 litten demnach mehr Menschen unter Korruption als im Vorjahr. Beispielsweise werden sie in den USA in der Wirtschaft und den staatlichen Institutionen als ein zunehmendes Problem wahrgenommen.

Mehr als zwei Drittel der untersuchten Länder erhielten weniger als 50 von insgesamt 100 möglichen Punkten. Deutschland büßte im Vergleich zum Vorjahr einen Punkt ein und kam auf 80 Punkte. Gemeinsam mit Großbritannien teilt sich die Bundesrepublik den elften Platz. Die USA rutschten um vier Punkte auf 71 Punkte ab und fielen vom 16. auf den 22. Platz.

Infografik Korruptionsindex, Spitzenreiter und Schlusslischter DE

Am besten schneideten laut TI Dänemark mit 88 Punkten ab, gefolgt von Neuseeland mit 87 und Finnland mit 85 Punkten. Die letzten Plätze belegten der Südsudan und Syrien mit jeweils 13 Punkten. Schlusslicht war wie im Vorjahr Somalia mit zehn von 100 möglichen Punkten. Der Durchschnitt liegt bei 43 Punkten in der Gesamtbewertung.

Klarer Zusammenhang zwischen Korruption und Demokratiezerfall

Auffällig war laut des Indexes, dass Bürger der EU-Staaten Rumänien und Bulgarien stärker unter staatlicher Korruption leiden als Menschen in Saudi-Arabien, dem Oman oder Ruanda. Nach Einschätzungen von TI gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Korruption und einem Verfall von rechtsstaatlichen Strukturen und Demokratien. Korruption gedeiht, wenn demokratische Institutionen geschwächt werden und die Freiräume für Zivilgesellschaft und unabhängige Medien schrumpfen. Beispiele hierfür sind in Europa Ungarn und die Türkei, deren Werte in den vergangen Jahren um neun und acht Punkte gesunken sind.

Der jährliche „Corruption Perception Index“ misst die in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommene Korruption auf der Grundlage verschiedener Expertenbefragungen. Die Punkte werden von 0 bis 100 vergeben. Dabei steht null für das höchste Maß an Korruption und 100 für keine wahrgenomme Korruption.

fa/as (dpa, afp, epd)

Quelle: https://www.dw.com/de/korruption-nimmt-weltweit-zu-auch-in-deutschland/a-47274732

 

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Wenige Wochen vor Gipfeltreffen: US-Geheimdienste zweifeln an Nordkoreas Abrüstung

Geheimdienstkoordinator Daniel Coats (M) im US-Senat. AP

Trotz der Abrüstungsverhandlungen zwischen den USA und Nordkorea halten es die US-Geheimdienste für „unwahrscheinlich“, dass Pjöngjang sein komplettes Atomarsenal abschafft. Denn die Waffen seien für das Weiterbestehen der nordkoreanischen Führung zu wichtig, heißt es.

Wenige Wochen vor einem geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat der US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats eine vollständige atomare Abrüstung Nordkoreas bezweifelt. „Wir gehen im Moment davon aus, dass Nordkorea versuchen wird, Massenvernichtungswaffen zu behalten, und es ist unwahrscheinlich, dass sie ihre nuklearen Waffen und Produktionskapazitäten komplett aufgeben werden“, sagte Coats vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Der Hintergrund sei, dass die nordkoreanische Führung den Besitz von Massenvernichtungswaffen als Lebensversicherung für den Bestand der kommunistischen Staatsform ansehe. Die Verhandlungen mit den USA wertet Coats als Teil von Nordkoreas Bestrebungen, den US-Druck auf das Land abzumildern. Ferner werde das Land wohl weiterhin versuchen, die internationalen Sanktionen zu unterlaufen.

Kim hatte bei seinem historischen Gipfeltreffen mit Trump im vergangenen Juni in Singapur die „vollständige Denuklearisierung“ seines Landes zugesagt. Details wie der Zeitplan oder die Kontrollmaßnahmen für den Abrüstungsprozess wurden damals aber nicht vereinbart, weshalb seither die Verhandlungen beider Länder weiterlaufen.

Erst kürzlich hatte Trump Nordkorea für einen „sehr guten Dialog“ gelobt. Zudem hatte er es als Erfolg bezeichnet, dass Nordkorea für mehrere Monate keine Atomtests vorgenommen hatte und einen Teil seiner Atomeinrichtungen vernichtet hatte. Der US-Präsident hatte angekündigt, dass es „Ende Februar“ zu einem weiteren Treffen mit Kim kommen solle. Jedoch wurden bisher weder der genaue Termin noch der Ort für den Gipfel bekanntgegeben.

Historisches Treffen in Singapure: Trump und Kim sprechen miteinander

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Gehackt, gekapert, gepostet – Datendiebstahl eines Einzelnen?

Nach NDR-Informationen gibt es Indizien dafür, dass ein Einzeltäter für den Hackerangriff verantwortlich sein könnte. Der Hacker „Orbit“ soll bereits vor zwei Jahren den Twitter-Account eines YouTube-Stars gekapert haben.

Von Peter Hornung, NDR

Yannick Kromer kann sich heute noch darüber ärgern. Der YouTube-Star aus Landau in der Pfalz erzählt, wie er erfolglos versuchte, sein Konto beim Kurznachrichtendienst Twitter zurückzubekommen. Ein Hacker namens „Orbit“ habe sich Zugang zu seinem E-Mail-Konto verschafft. Das sei schon vor zwei Jahren gewesen.

„Mit diesem E-Mail-Account hatte man Zugriff auf verschiedene Sachen wie Twitter. Und so wurde mir mein Twitter-Account gekapert“, sagt er. „Also Passwort geändert, Name geändert, und ich hatte keinen Zugriff mehr auf Twitter.“

Über Twitter Daten verbreitet

Über dieses Konto beim Kurznachrichtendienst Twitter wurden die Daten und Dokumente von Prominenten und Politikern verbreitet. Einige im Dezember 2018, aber nicht wenige auch schon zuvor.

Mehr als 190.000 Menschen sehen Kromers Video regelmäßig bei YouTube. Es ist ein Angebot, das sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Bei Twitter hatte Kromer rund 20.000 Follower, die nun plötzlich die Tweets des Hackers lasen – ziemlich ärgerlich für den YouTube-Star.

„Weil das ja am Anfang eher minderjährige Leute gesehen haben und die alle nicht Bescheid wussten. Und dachten: Ey, was postet denn Dezztroyz da. Weil die ja alle dachten, ich wäre das. Und wenn da Sachen gepostet werden, irgendwelche Adressen geleakt werden. Das ist natürlich nicht cool.“

Betroffen von dem Datenleck sind Hunderte Deutsche. Politiker aller Parteien – außer der AfD. Zudem Prominente, Moderatoren und Schauspieler wie Til Schweiger. Die Daten, insgesamt rund acht Gigabyte, sind nach Recherchen von NDR, WDR und „SZ“ jedoch teilweise Jahre alt.

Ein Wiederholungstäter?

In vielen Fällen sind es Telefonnummern und Adressen, in einigen aber auch umfangreiche private, ja intime Dokumente. Ein prominentes Opfer sagte, dass seine Daten von dem Hacker bereits im Frühjahr 2018 ins Internet gestellt worden seien. Er habe damals per Anwalt versucht, sie entfernen zu lassen und auch Strafanzeige gestellt.

Der Hacker „Orbit“ sei ein Wiederholungstäter, glaubt YouTuber Kromer zu wissen. „Es ist nicht das erste Mal, dass er jemanden gehackt hat. Es gab davor sicher schon 60 andere Hackerangriffe auf andere YouTuber oder andere Leute im Internet. Wo irgendwelche Twitter-Accounts gehackt wurden oder andere Sachen.“

Was Kromer sagt, deckt sich weitgehend mit den Aussagen eines anderen YouTubers mit dem Pseudonym derTomekk. Der sagte dem Nachrichtenportal „t-online“, er habe noch jüngst direkten Kontakt mit dem Hacker gehabt. Dem gehe es tatsächlich vor allem um eines: so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu bekommen.

Quelle:

https://www.tagesschau.de/inland/datendiebstahl-103.html

 

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Zeitung: Xi besucht Militär und ordnet „Kriegsvorbereitungen“ an

© AP Photo / Li Tao/Xinhua

Xi Jinping soll seinen Streitkräften befohlen haben, sich auf einen Krieg vorzubereiten. Dieses Statement gab der chinesische Staatschef während eines Inspektionsbesuch beim Militär ab, das für das Südchinesische Meer zuständig ist. Vor knapp vier Wochen war es dort zu einem gefährlichen Zwischenfall mit einem US-Kriegsschiff gekommen.

Das Südliche Kommando habe in den vergangenen Jahren eine „schwere militärische Verantwortung“ zu tragen gehabt, sagte Xi am Donnerstag beim Besuch in der Küstenprovinz Guangdong nach Angaben der in Hongkong erscheinenden Zeitung „South China Morning Post“.

„Es ist nötig, die Mission zu stärken… und sich auf Vorbereitungen auf einen Krieg zu konzentrieren“, sagte Xi nach Angaben des Blattes. Dabei sollten die komplexe Situation berücksichtigt und entsprechend „Notfallpläne“ erstellt werden.

„Wir müssen Kampfbereitschaftsübungen, gemeinsame und Konfrontationsübungen verstärken, um die Fähigkeiten der Soldaten und die Kriegsvorbereitungen zu verbessern“, zitiert die Zeitung den chinesischen Staatschef.

Der Besuch von Xi findet vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit den USA im Südchinesischen Meer statt. Stein des Anstoßes ist das rohstoffreiche Seegebiet um die dort liegenden Spratly-Inseln, das von China, aber auch von Vietnam, den Philippinen und weiteren Staaten beansprucht wird.

China hat in den vergangenen Jahren in der Region, durch die internationale Schifffahrtswege führen, künstliche Inseln aufgeschüttet und Militärbasen gebaut. Die USA ignorieren Chinas Anspruch auf die Region demonstrativ und schicken immer wieder Kriegsschiffe, um ihr Recht auf eine freie Durchfahrt zu betonnen. China sieht sich dadurch provoziert.

Anfang Oktober wurde bekannt, dass ein chinesisches und ein US-amerikanisches Kriegsschiff im Südchinesischen Meer nur knapp einer Kollision entgangen sind.

de.sputniknews.com

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US-Frontalangriff: Pence wirft China Wahlbeeinflussung vor

foto: imago Mike Pence verbittet sich weitere Einmischung.

Rede von US-Vizepräsident: Angriffe auf Demokratie schlimmer als jene Russlands – Streit auch um Südchinesisches Meer

Washington/Schanghai – Der Ton zwischen den USA und China verschärft sich auch abseits des Handelskonflikts. US-Vizepräsident Mike Pence wirft China laut CNN Wahlbeeinflussung vor, und das in einem größeren Ausmaß als Russland. Pence wollte am Donnerstag laut Redetext die Regierung in Peking zudem davor warnen, weitere Einschüchterungsversuche im Südchinesischen Meer zu starten. Pence bezog sich auf einen Zwischenfall zwischen einem chinesischen Marineschiff und dem US-Zerstörer Decatur. – derstandard.at/2000088645087/USA-warnen-China-vor-Einschuechterungen-im-Suedchinesischen-Meer

Nach Angaben von Pence kam das chinesische Schiff der Decatur so nahe, dass diese ausweichen musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern. „Trotz dieser rücksichtslosen Schikane wird die US-Marine weiter dort fliegen, fahren und operieren, wo es das internationale Recht erlaubt und es unser nationales Interesse verlangt“, sagte Pence laut Auszügen des Redemanuskriptes, die Reuters vorlagen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir werden nicht zurückstecken.“ Im Südchinesischen Meer streiten China und mehrere südostasiatische Länder über Hoheitsgebiete. Kritik an Darstellung Das chinesische Außenministerium kritisierte die USA zugleich für ihre Darstellung, für diesen Monat geplante Gespräche zu Sicherheitsfragen abgesagt zu haben. In Wahrheit hätten die USA mitgeteilt, das Treffen verschieben zu wollen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Peking. Sie forderte alle Beteiligten auf, keine Gerüchte zu streuen. Ein US-Insider hatte gesagt, die Volksrepublik habe die Gespräche mit US-Verteidigungsminister James Mattis abgesagt. Die USA und China tragen gegenwärtig einen Handelskonflikt aus und überziehen sich gegenseitig mit Zöllen und Gegenzöllen. US-Präsident Donald Trump hatte China zudem im UN-Sicherheitsrat vorgeworfen, sich in die anstehenden Kongresswahlen einzumischen. Die Regierung in Peking wies dies zurück. (APA, 4.10.2018) – derstandard.at/2000088645087/USA-warnen-China-vor-Einschuechterungen-im-Suedchinesischen-Meer.

quelle: https://derstandard.at/2000088645087/USA-warnen-China-vor-Einschuechterungen-im-Suedchinesischen-Meer

 

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Erkundungstour durch Vietnams Süden

Während Vietnams Norden mit der Hauptstadt Hanoi viele Touristen anzieht, ist der Süden weniger überlaufen. Hier locken die Metropole Saigon, das Mekong Delta und die – vermeintliche – Trauminsel Phu Quoc.Vietnam DW-Reisereportage (DW/M. Ostwald)

DIE MAGIE DES MEKONG-DELTAS

Entspannte Stimmung im Delta

Im Gegensatz zum eher hektischen, überfüllten Norden Vietnams geht es im Süden etwas gelassener zu.

Es scheint auf den ersten Blick unmöglich, auch nur einen Schritt in Saigon zu gehen. Motorroller kommen aus allen Richtungen, fahren auf Straßen und Gehwegen – der Verkehr stoppt nie. Um doch über die Straße zu kommen, unterdrücke ich meine natürlichen Instinkte und zwinge mich einfach zu gehen.

Schauplatz Saigon

Trotz erschwerter Bedingungen lässt sich Saigon – oder Ho-Chi-Minh-City, wie die Stadt seit 1975 offiziell heißt – gut zu Fuß erkunden. Viele Sehenswürdigkeiten finden sich im ersten District: der Ben Thanh Markt, die Party-Straße Bui Vien und das gelbe Postamt aus der französischen Kolonialzeit. Auch das große War Remnants Museum, das das Grauen des Vietnamkriegs zeigt: Bilder von Massenhinrichtungen oder misshandelten Kindern muss der Besucher hier aushalten.

Vietnam DW-Reisereportage (DW/M. Ostwald)Für das War Remnants Museum braucht man starke Nerven, viele Fotos zeigen grausame Verbrechen

Der Einblick in die Kriegszeit ist interessant, aber beklemmend. Um danach wieder auf andere Gedanken zu kommen, gönne ich mir eine frische Pho-Suppe. Das vietnamesische Nationalgericht – eine klare Brühe mit Reisnudeln, dünnen Rindfleischscheiben und frischen Kräutern – gibt es an jeder Ecke. Es lässt sich wunderbar mit einem Saigon Special, dem lokalen Bier, kombinieren.

Einmal Vietcong-Kämpfer sein

„Wir tragen den Amerikanern nichts mehr nach“, sagt Phat, unser Tourguide, als wir im Minivan sitzen. Mein Reisepartner und ich haben uns für eine Tour zu einem weiteren Schauplatz des Vietnamkrieges entschieden: Die Cu Chi Tunnel, die der Vietcong strategisch gegen die Amerikaner im Süden genutzt hat.

In den Cu Chi Tunneln hielten sich während des Vietnamkriegs von 1960 bis 1975 kommunistische Partisanen versteckt. Heute sind die Tunnel eine Touristenattraktion. Eine Reisegruppe reiht sich an die nächste, in den verschiedensten Sprachen werden die Abwehrsysteme und ausgeklügelten Fallen erklärt. Wer in die engen Tunnel hinabsteigen will, muss sich hinten anstellen und warten.

Vietnam DW-Reisereportage (DW/M. Ostwald)Im Umfeld der Cu Chi Tunnel setzte der Vietcong verschiedene Fallen gegen die Amerikaner ein

Wir krabbeln durch die niedrigen Tunnel, gucken Propaganda-Filme in Schwarz-Weiß und dürfen am Ende noch auf einer Schießanlage mit einer Kalaschnikow auf Büsche schießen. Und auch wenn wir alles andere als Waffennarren sind: Spaß gemacht hat es schon. Der Tagesausflug wird mit einem Schlangenblut-Schnaps beschlossen, bevor es wieder nach Saigon geht.

Eintauchen ins Mekong-Delta

Um die Menschenmassen, die von Saigon zum schwimmenden Markt nach My Tho unterwegs sind, zu umgehen, fahren wir nach Ben Tre, einem kleineren Ort, der auf der Karte nur ein Stück weiter südlich liegt. Aus unserem Bus heraus sehen wir zum ersten Mal Reisfelder, Plantagen und die breiten grün-braunen Ausläufer des Mekong.

Etwa zweieinhalb Stunden später werden wir im Hotel – wenige, einfache Zimmer, draußen ein kleiner Pool, Hängematten, in denen Backpacker ihre zerknitterten Reiseführer lesen – freundlich empfangen und nach unseren Plänen gefragt. Eine Bootstour auf dem Mekong. Kein Problem, am nächsten Morgen wird man uns abholen. Unkompliziert.

Beim Abendspaziergang nehmen wir etwas wahr, das nach vier Tagen Saigon fast unwirklich scheint: Stille. Am Ufer glitzert das Wasser, irgendwo in der Ferne bellt ein Hund. Als wir an einigen Restaurants vorbeikommen, starrt man uns an, einige Menschen winken. Wir sehen uns um und tatsächlich: Wir sind die einzigen Touristen weit und breit.

Bootstour mit Hao

Vietnam DW-Reisereportage (DW/M. Ostwald)Tourguide Hao führt uns durch verschiedene kleine Dörfer und zeigt uns das Leben im Delta

Ein Mann in schwarzer Anzughose und weißem Oberhemd hilft uns beim Einstieg in das Boot. Wir sitzen auf zwei Plastikstühlen, zwischen uns nur der Bootsführer. Er heißt Hao. Auf einem weiteren Stuhl frisches Obst, das uns die Hotelbesitzerin mitgegeben hat. Das Wasser, die vorbeischippernden Boote, Frauen, die am Ufer ihre Wäsche waschen, Fischer, die ihre Netze auswerfen – es gibt viel zu beobachten. Hao erzählt von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung des Mekong-Deltas. Und auch wenn wir nur knapp die Hälfte des Gesagten verstehen – Hao hat wie viele Vietnamesen einen starken Akzent – sind wir beeindruckt.

Mit Hao besichtigen wir eine Kokosnussplantage und eine Weberei für Bambusmatten, bevor wir in einem kleinen Restaurant ein Mittagsmenü aus frischen Sommerrollen, Fisch, Huhn und Omelette genießen dürfen.

Can Tho und die schwimmenden Märkte

Vietnam DW-Reisereportage (DW/M. Ostwald)Das Mekong Delta ist fruchtbar, die Marktboote sind immer voll beladen

Am nächsten Morgen begeben wir uns tiefer ins Delta, in die viertgrößte Stadt Vietnams: Can Tho. Mit einem Banh Mi – ein Baguette mit Schweinefleisch, Koriander, Gemüse und Mayonnaise – und einem vietnamesischen Iced Coffee laufen wir durch die Straßen in Richtung Ninh Kieu Pier. Es dauert nicht lange, bis uns eine Frau mit Bauchtasche anspricht und eine Bootstour zum schwimmenden Markt in Cai Rang verkauft. Wir machen eine Anzahlung und kriegen einen kleinen Zettel in die Hand gedrückt.

Gegen 5 Uhr morgens steigen wir ins Boot und werden zum Markt gefahren, der etwa sechs Kilometer von der Stadt entfernt ist. Der Himmel wird langsam heller, die Fledermäuse unter den Brücken wachen mit schrillen Geschrei gerade auf. Auch der Markt erwacht langsam zum Leben. Einige Boote scheinen unter Bergen von Ananas oder Wassermelonen, die sie geladen haben, fast unterzugehen.

Phu Quoc – immer noch ein Paradies?

Vietnam DW-Reisereportage (DW/M. Ostwald)Vom unberührten Paradies zum Touristenmagnet: Phu Quocs Resorts haben hohe Standards

Eine Busfahrt und eine schaukelige Fährenüberfahrt später erreichen wir den Ort, der lange Zeit als paradiesisch angepriesen wurde: die Insel Phu Quoc. Den Urlaub mit ein paar Tagen Entspannung beenden, das ist der Plan. Unser Resort ist wie aus dem Ei gepellt: schöne Poollandschaften, ein Privatstrand mit Bar und Restaurant, ein großes Spa-Angebot. In den letzten Jahren hat sich viel auf Phu Quoc getan: 2012 eröffnete der Flughafen, 2015 machte ein riesiger Entertainment- und Wasserpark auf, 2016 folgte ein gigantischer Zoo mit Safari-Touren. Es wird ein Ressort neben dem anderen gebaut.

Die Zeiten von unberührten weißen Stränden und idyllischer Ruhe scheinen für Phu Quoc vorbei zu sein. Hier wird ganz offensichtlich sehr viel Geld investiert, um immer mehr Urlauber anzulocken. Trotzdem schaffen wir es, einige entspannte Tage am Strand und am Pool zu verbringen, essen fantastisches Seafood und besuchen am Ende sogar den Safari-Park.

Quelle: http://www.dw.com/de/erkundungstour-durch-vietnams-süden/a-43238417

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Chinesische Machtdemonstration

Dieses Flugzeugträger-Manöver verblüfft Experten

40 Schiffe, U-Boote und ein Flugzeugträger formieren sich zu einer Linie: China demonstriert auf ungewöhnliche Weise seine maritime Macht. Genau dort, wo große Bodenschätze lagern und ein Großteil des Welthandels abgewickelt wird.

China demonstriert mit einem groß angelegten Marinemanöver seinen Machtanspruch im Südchinesischen Meer, wo die Anrainerstaaten um zahlreiche Inselgruppen streiten. Dutzende chinesische Kriegsschiffe wurden zu einer Übung vor der Küste der Insel Hainan zusammengezogen.

Video hier (Quelle Youtube): https://www.youtube.com/watch?v=uCcBNtrqy1w

Das zeigen Satellitenaufnahmen der Firma Planet Labs, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Die Bilder belegen, dass an den von der Armee angekündigten Gefechtsübungen auch die Kampfgruppe des Flugzeugträgers „Liaoning“ teilnimmt. Die im Norden stationierte „Liaoning“ hatte nach Angaben des taiwanischen Verteidigungsministeriums vergangene Woche die Straße von Taiwan passiert.

Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer stellen außer China auch Vietnam, die Philippinen, Malaysia, Brunei und Taiwan. Die USA und Japan schicken immer wieder Kriegsschiffe in das Gebiet, um dort das Recht auf freie Schifffahrt zu unterstreichen.

Welthandel-Route, Bodenschätze und Fischgründe

China beansprucht fast das ganze Meeresgebiet bis vor die Küsten Vietnams und der Philippinen. Es hat Land an Atollen aufgeschüttet und es mit Militäranlagen und zivilen Einrichtungen bebaut. Durch das Südchinesische Meer wird ein Großteil des Welthandels abgewickelt, es ist eine sehr wichtige Schifffahrtsstraße. Außerdem birgt es Bodenschätze und hat reiche und bedeutende Fischgründe.

Die Flugzeuge (r.) sind in einem gewissen Abstand zu den Schiffen auf dem Satellitenfoto zu erkennen Quelle: Reuters / Planet Labs Inc.

Die am Montag aufgenommenen Fotos zeigen, dass mindestens 40 Schiffe und U-Boote den Flugzeugträger flankieren – nach Ansicht von Experten eine ungewöhnlich starke Demonstration maritimer Macht.

Die Schiffe formierten sich in einer Linie, was eher einem Propagandabild entspricht als einem militärischen Manöver. Begleitet wurden die Schiffe von Flugzeugen.

Jeffrey Lewis, ein Sicherheitsexperte des kalifornischen Institute of Strategic Studies, sagte, die Bilder seien die erste Bestätigung, dass der Flugzeugträger an der Übung teilnehme.

Unklar blieb zunächst, wohin die Schiffe fahren und wie lange die Übung dauern soll. Das chinesische Verteidigungsministerium ließ entsprechende Fragen zunächst unbeantwortet.

Ungewöhnliche Truppenkonzentration

Collin Koh, ein Sicherheitsexperte der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur beschrieb die Truppenkonzentration hinsichtlich ihrer Größe und ihres Einsatzraumes als ungewöhnlich. „Offenbar wollen sie zeigen, dass Teile der Südmeerflotte routinemäßig gemeinsam mit der Flugzeugträgergruppe aus Dalian im Norden operieren können.“

Die „Liaoning“ ist der erste Flugzeugträger Chinas. Er wurde einst für die sowjetische Marine gebaut, allerdings nie fertiggestellt. 1998 wurde er von der Ukraine verkauft. Nach Umbau und Modernisierung in China wurde das Schiff 2012 in Dienst gestellt.

Flugzeugträger „Liaoning“. Bild Soha

Mitte Dezember hatte China laut Satellitenaufnahmen seine Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer weiter ausgebaut. Auf den Bildern, die die Washingtoner Asia Maritime Transparency Initiative (AMTI) veröffentlichte, seien neue Flugzeughangars, unterirdische Waffenlager, Radaranlagen und andere Einrichtungen zu erkennen. 28 Hektar seien in diesem Jahr auf den Spratly- und Paracel-Inseln mit zusätzlicher Infrastruktur bebaut worden.

Im November hatten sich Peking sowie die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) auf die Aufnahme von Verhandlungen geeinigt, um zu einer friedlichen Beilegung des seit Jahren andauernden Streits um die Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer zu kommen.

Das Fiery Cross Reef: Deutlich sichtbar sind Gebäude. Das AMTI erklärt, dass China hier seine Militärstützpunkte stärkt Quelle: AP/CSIS Asia Maritime Transparency Initiative/DigitalGlobe
Zwei chinesische Militärtransportflugzeuge auf Woody Island im Südchinesischen Meer Quelle: AP/CSIS Asia Maritime Transparency Initiative/DigitalGlobe

Textquelle: Die Welt

https://www.welt.de/politik/ausland/article174935480/Chinas-Flugzeugtraeger-Dieses-Manoever-verbluefft-Experten.html

 

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