Schlagwort-Archiv:Pandemie corona

Biontech verhandelt mit Curevac über Impfstoff-Produktion

Ein Mitarbeiter im französischen Pharma-Unternehmen Fareva, einem Zulieferer von Curevac. Guillaume Souvant/AFP via Getty Images
  • Das Pharma-Unternehmen Biontech arbeitet daran, dass der Tübinger Konkurrent Curevac seinen Corona-Impfstoff produziert.
  • Nach Informationen von Business Insider laufen entsprechende Verhandlungen seit einem halben Jahr. Biontech will nach Problemen bei Curevac nun erneut Gespräche aufnehmen.
  • Der von Curevac selbst entwickelte Corona-Impfstoff hatte in einer Studie nur eine geringe Wirksamkeit erzielt. Das Unternehmen will dennoch an ihm festhalten.

Von der Impfstoff-Hoffnung zur Impfstoff-Enttäuschung: Der Corona-Impfstoff des Tübinger Pharmaunternehmens Curevac zeigt nach aktuellem Studienstand nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent — zu wenig, um in der europäischen Impfkampagne von Nutzen zu sein.

Das Unternehmen will dennoch an seinem Impfstoff festhalten und ihn zur Zulassung bringen. Der Leiter der Impfstoff-Studie, Peter Kremsner, sagte dem Radiosender Bayern 2 am Freitag: „Es wird möglich sein, den Impfstoff so aufzubereiten, dass er sehr wirksam sein kann.“ Auch Curevac-Chef Franz-Werner Haas hält an der Produktion des eigenen Impfstoffs fest.

Dabei gäbe es eine Alternative.

Nach Informationen von Business Insider hat der Impfstoff-Hersteller Biontech großes Interesse daran, dass Curevac das von Biontech entwickelte Vakzin gegen das Coronavirus produziert. Die Verhandlungen über eine entsprechende Kooperation laufen seit sechs Monaten; Biontech will zeitnah einen neuen Anlauf bei Curevac unternehmen.

Käme eine Zusammenarbeit von Biontech und Curevac zustande, würde das die Produktionskapazitäten für den Biontech-Impfstoff deutlich erhöhen — zumal Curevac bereits eine Kooperation mit Pharma-Gigant Bayer eingegangen ist, um seinen Corona-Impfstoff herzustellen.

Tatsächlich hatte Curevac-Chef Haas Ende vergangenen Jahres erklärt, dass sein Unternehmen bereit sei, für Biontech zu produzieren, falls die Entwicklung eines eigenen Corona-Impfstoffs keinen Erfolg habe. Haas aktuelle Aussagen lassen jedoch vermuten: Curevac sieht diesen Punkt — trotz der negativen Studienergebnisse seines Impfstoffs — noch nicht gekommen. Ob sich das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Biontech aktuell vorstellen kann, ist unklar: Ein Curevac-Sprecher ließ eine Anfrage von Business Insider unbeantwortet.

businessinsider.de

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Vietnam meldet neue Virusvariante

Eine weitere Variante des Coronavirus ist in Vietnam aufgetaucht. Dabei handelt es sich nach Regierungsangaben um eine Kreuzung aus der indischen und der britischen Variante. Die neue Mischform sei offenbar schneller übertragbar.

In Vietnam ist nach offiziellen Angaben der Regierung eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Gesundheitsminister Nguyen Thanh Long sagte nach Berichten von staatlichen Medien, die neue Variante weise sowohl Eigenschaften der bisher bekannten britischen Form als auch der indischen Form auf.

Minister: Rasche Verbreitung über die Luft

Labortests legten nahe, dass sich die neue Variante stärker ausbreite als andere, so der Minister. Nach der Infektion steige die Virenlast im Rachen der Patienten sehr schnell an und verbreite sich dann sehr stark in der Umgebung. Möglicherweise sei das der Grund, dass die Fallzahlen in Vietnam zuletzt zugenommen hatten. Zur Zahl der mit der neuen Variante infizierten Patienten äußerte sich Long nicht.

Viren bilden immer wieder Mutationen und es sind schon zahlreiche neue Varianten aufgetaucht, seit das Virus Sars-CoV-2 erstmals Ende 2019 in China festgestellt worden war. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bisher vier Varianten als besorgniserregend eingestuft, jene, die zuerst in Großbritannien und Indien entdeckt wurden, und zwei weitere aus Südafrika und Brasilien.

In Vietnam gibt es im Vergleich zu vielen anderen Ländern extrem wenige Erkrankungen. 47 Menschen starben an oder mit dem Virus. Vietnam hat annähernd 100 Millionen Einwohner. Bisher wurden in dem südostasiatischen Land 6396 Corona-Fälle registriert, davon aber mehr als 3000 seit Ende April.

Viele Fälle in Provinzen Bac Ninh und Bac Giang

Besonders viele Fälle gab es in den beiden Provinzen Bac Ninh und Bac Giang, wo in riesigen Industriegebieten Hunderttausende Arbeiter für Firmen wie Samsung oder Canon arbeiten und Apple-Produkte zusammenbauen.

Trotz strenger Auflagen infizierte sich bei einer Firma in Bac Giang ein Fünftel der 4800 Arbeiter. In der mit neun Millionen Einwohnern größten Metropole des Landes, Ho-Chi-Minh-Stadt, wurden 85 Personen positiv auf das Virus getestet. Die Fälle seien auf eine protestantische Kirche zurückzuführen, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Religiöse Veranstaltungen sind seither landesweit verboten. In größeren Städten wurden Veranstaltungen abgesagt, Parks geschlossen und Restaurants, Bars und andere Betriebe geschlossen.

https://www.tagesschau.de/ausland/vietnam-coronavirus-variante-101.html

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