Schlagwort-Archiv:Konflikt im Südchinesischen Meer

USA gehen auf Konfrontation zu China – ein wenig

Das Südchinesische Meer ist für die gesamte Region von immenser Bedeutung. Die USA versprechen den Ländern dort jetzt Unterstützung, wenn es darum geht, sich gegen die Großmacht in Peking zur Wehr zu setzen.

Der Minister aus Washington auf der Konferenz in Singapur

Im Konflikt um Gebiete im Südchinesischen Meer hat US-Verteidigungsminister James Mattis die Regierung in Peking scharf kritisiert. China habe auf umstrittenen Inseln militärische Ausrüstung wie Raketen und Störsender stationiert und Kampfflugzeuge dort landen lassen, sagte der Pentagon-Chef auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur. Obwohl China stets das Gegenteil behaupte, verfolge es damit militärische Zwecke. Das Ziel sei „Einschüchterung und Zwang“.

Starkes Missfallen? Danke, gleichfalls

China beansprucht praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Um ihre Ansprüche zu unterstreichen, hat die Volksrepublik dort mehrere künstliche Inseln aufgeschüttet, auf denen Kampfflugzeuge und anderes militärisches Gerät stationiert werden können. Mitte Mai waren erstmals chinesische Jets auf einer umstrittenen Insel in der Region gelandet. Die USA kritisierten die Aktion.

Südchinesisches Meer | Spratly Islands (Reuters/U.S. Navy)Eine Insel im Südchinesischen Meer

Ende Mai fuhren dann zwei US-Kriegsschiffe an den Paracel-Inseln vorbei, die außer von China auch von Taiwan sowie Vietnam beansprucht werden. Peking bekundete daraufhin „starkes Missfallen“. Die US-Schiffe seien unerlaubt in chinesische Hoheitsgewässer eingedrungen, erklärte das chinesische Außenministerium. Dabei schickt die US-Marine regelmäßig Schiffe ins Südchinesische Meer, um der Forderung nach einem freien Schiffsverkehr in der Region Nachdruck zu verleihen.

Mattis bekräftigte bei der Sicherheitskonferenz die Absicht der USA, dieses Gebiet für alle Nationen offen zu halten. „Die USA sind im Indo-Pazifik, um da zu bleiben, dies ist unser vorrangiges Einsatzgebiet.“ Chinas Politik dort stehe „im starken Widerspruch“ zur Offenheit der US-Strategie.

Das hochrangig besetzte Treffen unter der Bezeichnung Shangri-La-Dialog findet einmal pro Jahr statt – vergleichbar mit der Sicherheitskonferenz jedes Frühjahr in München. Für Deutschland ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen dabei.

ml/jj (dpa, rtr, afp)

Quelle DW

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China stationiert offenbar Raketen im Südchinesischen Meer

Machtdemonstration im Südchinesischen Meer: China hat nach US-Angaben auf den umstrittenen Spratly-Inseln Raketen und Marschflugkörper stationiert, die die Reichweite des chinesischen Militärs bedeutend ausweiten. 

Luftbild des Fiery-Cross-Riffs vor der Stationierung

China hat anscheinend in den vergangenen 30 Tagen Raketensysteme auf künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer aufgestellt. Dies berichtete der US-Sender CNBC unter Hinweis auf Geheimdienstinformationen. Demnach wurden die Raketen auf den künstlich ausgebauten Riffen Fiery Cross, Subi und Mischief westlich der Philippinen aufgestellt. Die Riffe gehören zu den Spratly-Inseln in strategisch wichtigen Gewässern.

Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor. Erst kürzlich hatte Chinas Militär im Südchinesischen Meer schon Ausrüstung zur Störung gegnerischen Funkverkehrs installiert.

Die neu stationierten Marschflugkörper könnten Schiffe in einer Entfernung von mehr als 500 Kilometer treffen, berichtete CNBC. Die Boden-Luft-Raketen hätten eine Reichweite von rund 300 Kilometern.

Die Aufrüstung der Inseln ist eine Herausforderung für die US-Marine, die mit demonstrativen Einsätzen in den umstrittenen Gewässern für die „Freiheit der Navigation“ eintreten.

Der US-Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt Mitte April im Südchinesischen Meer (picture-alliance/dpa/J. Gomez)Der US-Flugzeugträger „USS Theodore Roosevelt“ Mitte April im Südchinesischen Meer

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen rohstoffreichen Gebietes, durch das wichtige Schifffahrtsstraßen führen. Ansprüche auf das Seegebiet erheben aber auch Brunei, Malaysia, die Philippinen, Taiwan und Vietnam.

Infografik Karte Südchinesisches Meer Deutsch

Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag hatte 2016 Pekings Gebietsansprüche zurückgewiesen. China ignoriert das Urteil aber und untermauert seine Ansprüche mit dem militärischen Ausbau der Inseln.

stu/hk (dpa, rtr)

Quelle: http://www.dw.com/de/china-stationiert-offenbar-raketen-im-südchinesischen-meer/a-43631685

mehr lesen:

https://www.tagesschau.de/ausland/china-spratlys-raketen-101.html

http://www.rp-online.de/politik/ausland/suedchinesisches-meer-china-stationiert-offenbar-raketen-auf-spratly-inseln-aid-1.7552700

http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-stationiert-offenbar-raketen-auf-inseln-im-suedchinesischen-meer-a-1205913.html

 

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USA erstellen Zeitplan für Militärpatrouillen im Südchinesischen Meer

 

Das Pazifikkommando der Vereinigten Staaten (United States Pacific Command, USPACOM) hat einen Zeitplan für die Militärpatrouille im Südchinesischen Meer erstellt, wo China und andere Länder der Region territoriale Streitigkeiten haben, berichtet die Zeitung „The Wall Street Journal“ (WSJ) unter Verweis auf nicht näher genannte US-Beamte.

Demnach sollen in den kommenden Monaten ein bis zwei Patrouillenfahrten stattfinden. Die genaueren Zeit- sowie Ortsangaben der bevorstehenden Operationen wurden nicht genannt. Die US-Beamten seien der Ansicht, dass dieser Plan die Beziehungen zu China fördern werde, so WSJ. China werfe den USA vor, mit Patrouillenfahrten die Situation in der Region zu destabilisieren. Zuvor hatte die US-Administration keinen festen Plan gehabt und diese Operationen waren abhängig von „politischen Faktoren“ durchgeführt worden.

Nach Angaben von WSJ hatte es unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama(in den Jahren 2009-2016) vier solche Patrouillenfahrten gegeben. Seitdem Donald Trump Staatschef ist, seien es bis dato drei gewesen.

Peking hat seit Jahrzehnten Streitigkeiten mit Vietnam, Brunei, Malaysia und den Philippinen bezüglich der territorialen Zugehörigkeit einer Reihe der Inseln im Südchinesischen Meer, auf denen bedeutende Kohlenwasserstoffvorkommen entdeckt worden waren. Die USA haben in diesen Streitigkeiten nicht Partei bezogen aber sie akzeptieren die Forderungen Chinas nicht und bestehen auf ihr Recht der „freien Navigation“ in der Region.

 

Quelle: Spunik

 

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Der Feind meines Feindes

© Reuters Zögerliche Annäherung: Präsident Obama begrüßt Vietnams Premierminister Nguyen Tan Dun.

Besucher Vietnams kennen den Strom motorisierter Zweiräder, der sich durch die Straßen von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt schlängelt. Das scheinbar chaotische, aber offenbar einer unsichtbaren Ordnung folgende Fließen wirkt wie ein Symbol der nach vorne gerichteten Einstellung der Vietnamesen, einer Nation im Aufbruch, die sich ihren kleinen Wohlstand hart erarbeitet hat und ihn auf den Sätteln ihrer Mopeds, Roller und Motorräder genießt.

Dieser in die Zukunft gerichtete Blick der Vietnamesen könnte auch eine Rolle dabei spielen, dass sich das Land etwas mehr als 41 Jahre nach dem „Fall“ oder der „Befreiung von Saigon“ (je nach Perspektive) immer stärker dem ehemaligen Feind annähert. „Vietnam, ein früherer Gegner, ist heute ein Partner, mit dem wir zunehmend warme, persönliche und nationale Verbindungen geknüpft haben“, hatte der amerikanische Außenminister John Kerry, selbst ein ehemaliger Vietnamsoldat, kürzlich bei einer Veteranenfeier gesagt.
Wie weit sich das Verhältnis seit dem Ende des Vietnamkriegs entwickelt hat, wird auch der Besuch von Präsident Barack Obama am Montag und Dienstag in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt zeigen. Nach der Normalisierung der Beziehungen im Jahr 1995 und den Reisen Bill Clintons im Jahr 2000 und George W. Bushs im Jahr 2006 ist es erst das dritte Mal seit Kriegsende, dass ein amtierender Präsident der kapitalistischen Weltmacht das „sozialistische“ Vietnam besucht.

Konflikt im Südchinesischen Meer

Als Hauptgrund für die Annäherung der früheren Feinde kann der Konflikt im Südchinesischen Meer gesehen werden, der sich in den vergangenen Monaten deutlich zugespitzt hat. In dem Konflikt zwischen China und Brunei, Malaysia, den Philippinen und Vietnam geht es vor allem um die Spratly-Inselgruppe, im Streit mit Vietnam außerdem um die weiter westlich gelegenen Paracel-Inseln. Darüber hinaus geht es aber auch um die militärische Kontrolle über fast das gesamte „Ostmeer“, wie es in Vietnam genannt wird. China hat dort künstliche Inseln aufgeschüttet und militärische Außenposten gebaut, mit Hafenanlagen und Landebahnen. In Hanoi hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass Vietnam dem seit etwa zehn Jahren stetig wachsenden Druck Chinas nur wenig entgegensetzen kann. Die Vietnamesen wenden sich daher als Gegengewicht zu China den Amerikanern zu. Gleichzeitig muss Vietnam weiter eine Balance mit dem früheren kommunistischen Bruderland und wichtigen Handelspartner China finden. Staatspräsident Xi Jinping hatte im vergangenen Jahr als erster ausländischer Staatschef im vietnamesischen Parlament gesprochen.

Die grundsätzliche Politik einer Annäherung an Amerika änderte sich auch nicht, als sich beim Parteikongress der Kommunistischen Partei Anfang des Jahres die chinafreundlichen Hardliner um Generalsekretär Nguyen Phu Trong durchgesetzt hatten. Sie hatten in einem Machtkampf den westlich orientierten Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung ausgebootet. Doch selbst diese Fraktion fürchtet das Vordringen Chinas, spätestens seit Peking vor zwei Jahren eine Ölplattform in die Gewässer vor Vietnams Küste verlegt hatte.

21.05.2016, von Till Fähnders, Singapur/Frankfurte Allgemeine

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