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EU-Staaten billigen Brexit-Deal

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Der britische Premier nannte das Abkommen „großartig“, die EU-Staaten haben ebenfalls nichts auszusetzen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die EU-Staats- und Regierungschefs stimmen dem neu ausgehandelten Brexit-Abkommen zu. Damit Großbritannien zum 1. November tatsächlich mitsamt Deal aus der EU austreten kann, braucht dieser aber auch die Unterstützung des britischen Unterhauses – und die ist alles andere als sicher.

Die Zitterpartie um den Brexit geht trotz eines neuen Abkommens zwischen London und Brüssel in die nächste Runde. Die 27 bleibenden EU-Staaten billigten den neuen Deal beim EU-Gipfel. Es gab jedoch sofort Widerstand aus dem britischen Unterhaus, das der Vereinbarung am Samstag zustimmen müsste. Premierminister Boris Johnson mahnte die Abgeordneten dringend zu einem Ja und nannte das neue Abkommen „großartig“. Auch Kanzlerin Angela Merkel lobte den Kompromiss, der den Weg zu einem sanften Brexit in zwei Wochen ebnen soll.

Der Durchbruch war unmittelbar vor dem EU-Gipfel gelungen, zu dem Merkel, Johnson und die übrigen 26 Staats- und Regierungschefs nach Brüssel kamen. Johnson wandte sich dort noch einmal an seine Kollegen und warb für den Deal. Die 27 verbleibenden EU-Staaten versprachen, sich für ein pünktliches Inkrafttreten am 1. November einzusetzen. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Deal“, schrieb EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker auf Twitter. „Es ist eine faire und ausgewogene Vereinbarung für die EU und Großbritannien und es steht für unseren Einsatz, Lösungen zu finden.“ Auch das EU-Parlament könnte sich rasch mit der Ratifizierung befassen.

„Der Ball liegt jetzt eindeutig im britischen Spielfeld und wir werden abwarten, was in London passiert“, sagte EVP-Vize David McAllister n-tv. „Entweder sie stimmen dem Abkommen zu, dann gibt es zum 31. Oktober einen ordentlichen Brexit und wenn es keine Zustimmung gibt, dann beginnt die Diskussion wieder von vorne.“

Die Reaktionen aus London sind wenig vielversprechend. Nicht nur die Labour-Opposition attackierte die Vereinbarung, sondern auch Johnsons parlamentarischer Partner, die nordirische Protestantenpartei DUP. Sie werde im Unterhaus nicht zustimmen, kündigte die DUP an. Die vereinbarte Lösung sei dem wirtschaftlichen Wohl Nordirlands nicht zuträglich und untergrabe die Einheit des Vereinigten Königreichs. Zum Schwur kommen könnte es bei einer Sondersitzung des Parlaments am Samstag.

Mehrheit in London ist ungewiss

Johnson hat im Unterhaus ohnehin keine Mehrheit und kann nur auf Unterstützung aus der Opposition hoffen. „Ich hoffe sehr, dass meine Abgeordneten-Kollegen in Westminster jetzt einig werden, um den Brexit zu vollziehen, um diesen hervorragenden Deal über die Ziellinie zu bringen und den Brexit ohne weitere Verzögerung zu liefern“, sagte Johnson an Junckers Seite in Brüssel.

Der britische Premier will sein Land unbedingt zu Halloween, am 31. Oktober, aus der Staatengemeinschaft führen. Lange hatte er versichert, Großbritannien werde auch ohne Deal aussteigen. Ein britisches Gesetz verpflichtet ihn aber, bei der EU um Aufschub zu bitten, falls bis Samstag kein Abkommen vom Parlament gebilligt ist. In dem Fall dürften die EU-Staaten dies auch gewähren.

Auch EU-Unterhändler Michel Barnier hält die zwei Wochen bis zum Termin für ausreichend für die Ratifizierung. Er appellierte an das britische Unterhaus, Verantwortung zu übernehmen. Nach Barniers Worten umfasst die Einigung nun vier Punkte: Nordirland hält sich weiter an bestimmte EU-Warenstandards; Nordirland bleibt sowohl in einer speziellen Zollpartnerschaft mit der EU als auch in der Zollunion des Vereinigten Königreichs; es gibt eine Vereinbarung über die Mehrwertsteuer, um Marktverzerrungen zu vermeiden; und die nordirische Volksvertretung kann vier Jahre nach Inkrafttreten der Vereinbarung und dann nach bestimmten Zeiträumen immer wieder darüber abstimmen, ob sie weiter gelten soll.

„Einzigartige Lösung für Nordirland“

Der vom Brexit besonders betroffene EU-Staat Irland trägt dies mit. „Wir haben eine einzigartige Lösung für Nordirland gefunden, die der einzigartigen Geschichte und Geografie Rechnung trägt“, schrieb Regierungschef Leo Varadkar auf Twitter. Bundeskanzlerin Merkel nannte die Unterstützung Varadkars ein „ganz wichtiges Zeichen“ und die Einigung „eine gute Nachricht“.

Geändert wurde auch die politische Erklärung über die künftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien, wie Barnier erläuterte. Darin gebe Großbritannien „solide Garantien“, dass EU-Standards etwa bei Umwelt- oder Sozialauflagen nicht unterboten werden. Das sei das bestmögliche Ergebnis gewesen, sagte Barnier. Labour-Chef Jeremy Corbyn sieht trotzdem die Sicherheit von Lebensmitteln, den Umweltschutz und die Rechte von Arbeitnehmern nach dem EU-Austritt in Gefahr und spricht von einem „Ausverkauf“. Der Vorsitzende der größten Oppositionspartei erklärte: „Es scheint, dass der Premierminister einen noch schlechteren Deal verhandelt hat als (seine Vorgängerin) Theresa May.“

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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Johnson beerbt May als britischer Premier

Zehntausende Mitglieder der Tories haben sich entschieden: Boris Johnson soll künftig ihre Partei führen und die Regierung Großbritanniens leiten. Der frühere Außenminister folgt auf Theresa May. Seine Wahl sorgte bereits im Vorfeld für Kontroversen.

Boris Johnson zieht in die 10 Downing Street ein und folgt auf Theresa May. (Foto: REUTERS)

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson hat das Rennen um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May haushoch gewonnen. Er setzte sich bei der innerparteilichen Wahl mit 92.153 Stimmen gegen seinen Rivalen Jeremy Hunt durch, der 46.656 Stimmen erhielt. Johnson ist damit Chef der Konservativen Partei und soll am Mittwoch von Königin Elizabeth II. zum Premierminister ernannt werden. Mit Spannung wird erwartet, wen der umstrittene Politiker zu sich ins Kabinett holt.

Die etwa 160.000 Parteimitglieder – das sind nach Angaben der Zeitung „Independent“ 0,34 Prozent aller Wahlberechtigten – hatten mehrere Wochen Zeit, um sich zwischen Johnson und Hunt zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei über 87 Prozent, wie die Partei bekannt gab. Seine Wahl bezeichnete Johnson in einer kurzen Rede im Anschluss als einen „entscheidenden Moment“ in der Geschichte. Zugleich räumte er ein, dass seine neue Funktion nicht überall willkommen geheißen werde.

Der 55-Jährige will das Abkommen über den EU-Austritt seines Landes mit Brüssel neu verhandeln. May war mit dem Deal im Parlament drei Mal gescheitert. Die Europäische Union lehnt aber jegliche Änderung an dem Abkommen ab. Johnson will daher notfalls am 31. Oktober ohne Austrittsvertrag ausscheiden. Das dürfte erhebliche negative Folgen für die Wirtschaft und viele weitere Lebensbereiche haben.

Der Brexit-Hardliner wird wahrscheinlich viele Regierungsposten neu besetzen. Zeitungen spekulierten etwa über ein Comeback der früheren Brexit-Minister Dominic Raab und David Davis. Kritiker halten Davis für inkompetent und faul. Am vergangenen Wochenende hatten bereits Finanzminister Philip Hammond und Justizminister David Gauke die Aufgabe ihrer Ämter im Falle eines Wahlsiegs Johnsons angekündigt. Es wird mit Rücktritten weiterer EU-freundlicher Minister gerechnet.

Tollpatschigkeit und teilweise Ignoranz

Johnson kündigte bereits an, die vereinbarte Schlussrechnung für den EU-Ausstieg in Höhe von 39 Milliarden Pfund (rund 44 Milliarden Euro) vorerst zurückzuhalten. Eine deutliche Senkung der Einkommenssteuer für gut verdienende Briten stellte er ebenfalls in Aussicht. Viele Tory-Abgeordnete trauen Johnson zu, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Konservativen abgewendet haben, wieder zurückzugewinnen.

Der einst auch unter liberalen Wählern populäre Ex-Bürgermeister von London ist für seinen Wortwitz, aber auch für seine Tollpatschigkeit und teilweise Ignoranz bekannt. Seine Zeit als Außenminister ist in keiner guten Erinnerung geblieben. Wohl deshalb erwähnte er sie während des Wahlkampfs kaum. Johnson, der dafür bekannt ist, über die eigenen Füße zu stolpern, hielt sich im gesamten Auswahlverfahren stark zurück. Sein Erscheinungsbild hatte sich in den vergangenen Wochen auffallend geändert. Statt verwuschelter, blonder Haarmähne ließ Johnson sich einen richtigen Haarschnitt verpassen. Außerdem nahm er deutlich ab.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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Tin đồn: Thủ tướng Anh Theresa May sẽ từ chức vào đêm nay

Thủ tướng Anh Theresa May

22.5.2019

Truyền thông Anh đang loan tin về việc từ chức của Thủ tướng Theresa May.

  • Tổng biên tập về chính trị của tờ của Sky, Jon Craig, cho biết trên Twitter trích dẫn lời một nghị sĩ cấp cao rằng May sẽ tuyên bố từ chức trong đêm nay. Tuy nhiên, thông tin này chưa được xác nhận.
  • Đồng nghiệp của Jon Craig trong Daily Mail, Jason Groves, đã phao tin đồn rằng May định đưa ra tuyên bố tại văn phòng của bà trên phố Downing trong đêm nay. Thông tin này không được xác nhận, nhưng cũng không bị từ chối.
  • Tờ báo Times và đài BBC đưa tin Bộ trưởng Nội vụ Sajid Javid muốn gặp bà May. Ông được coi là một nhân vật có trọng lượng trong nội các.
  • „Tình hình đang trở nên rất nghiêm trọng“, nhà báo Laura Kuenssberg của BBC viết trên Twitter. Sau đó, bà nói thêm rằng, Bộ trưởng Ngoại giao Jeremy Hunt đã yêu cầu một cuộc họp riêng với May.

Nguồn: n-tv.de

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Der Brexit wird nochmal aufgeschoben – mit Bedingungen

Fast hätte Frankreich eine Einigung mit Großbritannien verhindert und einen Chaos-Brexit provoziert. Doch jetzt hat London bis Ende Oktober Zeit, um den Austritt zu ordnen. Christoph Hasselbach berichtet aus Brüssel.

Belgien Brexit-Gipfel in Brüssel (Reuters/S. Vera)

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen hat die EU den Austritt Großbritanniens verschoben und damit einen drohenden Chaos-Brexit verhindert. Der wäre sonst an diesem Freitag um Mitternacht automatisch eingetreten und hätte schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft und die Bürger auf beiden Seiten des Ärmelkanals gehabt. Dreimal schon hat das Parlament den Brexit-Deal, wie ihn Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hat, verworfen. Eine Alternative ist aber im Unterhaus auch nicht absehbar.

Zwar sind alle genervt, dass man sich seit Monaten fast nur noch mit einem einzigen Thema beschäftigt. Doch es steht für beide Seiten einfach zuviel auf dem Spiel. Bundeskanzlerin Angela sprach von einer „historischen Verantwortung“ und dass ein geordneter Ausstieg auch im europäischen Interesse liege. Darüber immerhin besteht Konsens.

Belgien Brexit-Gipfel in Brüssel | May & Merkel (Reuters/K. Tribouillard)Übereinstimmung auch in der Farbwahl: Theresa May und Angela Merkel

Damit man sich nicht alle paar Wochen neu treffen und die Frist verlängern muss, soll es jetzt eine flexible Lösung geben. Bis Ende Oktober hat Großbritannien nun Zeit, eine parlamentarische Mehrheit für eine Brexit-Lösung zu finden und dann auszusteigen. Am 31. Oktober endet auch das Mandat der jetzigen Kommission. Beim EU-Gipfel Ende Juni soll die Lage noch einmal überprüft werden. Käme ein britischer Kompromiss noch vor den Europawahlen Ende Mai zustande, wäre es umso besser, dann müsste Großbritannien nicht daran teilnehmen. Das bleibt auch Mays Wunsch. Ihre Regierung trifft aber vorsichtshalber alle Vorbereitungen für die Teilnahme an der Wahl.

Macron sieht Gefahren für die EU

Die übrigen 27 Regierungschefs haben jedoch Bedingungen im Zusammenhang mit der Europawahl gestellt. Dahinter steht vor allem der französische Staatspräsident Emmanuel Macron. Auch ein ungeregelter Brexit sei für ihn eine Option, soll er während der Verhandlungen gedroht haben. Das Veto eines einzigen Staates hätte ausgereicht, um die Vereinbarung scheitern zu lassen, ein ungeregelter Brexit noch diese Woche wäre unausweichlich gewesen. Doch dann wäre Macron für die wirtschaftlichen Folgen verantwortlich gemacht worden. Diplomaten sagen, sein hartes Auftreten sei vor allem ein innenpolitisches Signal gewesen.

Macron steht mit seinem wichtigsten Argument aber nicht allein: Nimmt Großbritannien an der Wahl teil, würde es, wie bisher, Abgeordnete ins Parlament schicken und hätte, wie alle anderen Mitglieder auch, Einfluss auf die neue Kommission, auf den mehrjährigen EU-Haushalt und andere wichtige Fragen, obwohl es bald danach ausscheidet. Es hätte damit auch die Möglichkeit, die Arbeit der EU zu sabotieren. Die Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen. Mehrere Hardliner von Mays Konservativen Partei haben bereits angekündigt, der EU in dem Fall als „trojanisches Pferd“ (Mark Francois) das Leben „so schwierig wie möglich“ (Jacob Rees-Mogg) zu machen.

Mays Verhandlungsspielraum ist minimal

Bedingung für den Brexit-Aufschub ist deshalb, dass sich London bis zum Austritt „konstruktiv“ und „verantwortungsvoll“ verhält und die Ziele der EU nicht konterkariert. Es soll sich in Zukunftsfragen nicht einmischen, obwohl es das eigentlich dürfte. Großbritannien dürfe nicht in die Lage versetzt werden, „die europäischen Institutionen als Geiseln zu nehmen“, warnte der belgische Ministerpräsident Charles Michel.

Die Frage ist allerdings, ob May, selbst wenn sie sich persönlich an die Abmachung mit der EU gebunden fühlt, einen solchen negativen Einfluss verhindern kann. Mit der oppositionellen Labour-Partei sucht sie gerade einen parteiübergreifenden Brexit-Kompromiss, sie steht aber unter großem Druck des rechten Flügels ihrer Partei. Lässt sie sich etwa auf den Labour-Wunsch nach einem weichen Brexit mit einer dauerhaften Zollunion ein, wäre das für Boris Johnson und andere Hardliner ein Verrat am Brexit-Referendum vor drei Jahren. Auch Außenminister Jeremy Hunt sagt jetzt, eine Zollunion würde für das Vereinigte Königreich „nicht funktionieren“.

Ihr Spielraum ist also minimal, und manche ihrer innerparteilichen Kritiker würden sie lieber heute als morgen loswerden. Gestürzt werden kann sie nicht bis Ende des Jahres, weil sie vor wenigen Wochen ein Misstrauensvotum überstanden hat. Aber falls May von sich aus zurücktritt, und ein Nachfolger wie Boris Johnson würde Premierminister, wäre die heutige Abmachung mit der EU wohl nicht viel wert. Emmanuel Macron würde sich bestätigt fühlen.

https://www.dw.com/de/der-brexit-wird-nochmal-aufgeschoben-mit-bedingungen/a-48281213

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