{"id":9776,"date":"2022-01-27T20:48:38","date_gmt":"2022-01-27T19:48:38","guid":{"rendered":"http:\/\/east-sea.de\/?p=9776"},"modified":"2022-01-30T11:32:31","modified_gmt":"2022-01-30T10:32:31","slug":"wie-gefaehrlich-ist-afrikas-explosiver-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/2022\/01\/27\/wie-gefaehrlich-ist-afrikas-explosiver-see\/","title":{"rendered":"Wie gef\u00e4hrlich ist Afrikas explosiver See?"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Der Kivu-See im Zentrum Afrikas k\u00f6nnte eines Tages eine riesige Gaswolke aussto\u00dfen, an der Millionen Menschen ersticken w\u00fcrden. Momentan ist nicht klar, ob das Risiko steigt.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>von <a class=\"line author-scroll\" href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/geologie-wie-gefaehrlich-ist-afrikas-explosiver-see\/1972708?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE&amp;fbclid=IwAR2R6pfoiVIpc-SKZJf0xg0rEzb4ERdBtm4HXt4eiNRFoJGqdtiCUSsra7I#content__author\">Nicola Jones<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9777 size-full\" src=\"http:\/\/east-sea.de\/datei\/uploads\/2022\/01\/Bildschirmfoto-2022-01-27-um-19.22.00-e1643312787399.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"611\" \/><\/p>\n<p>Am 22. Mai 2021 begann der Nyiragongo, einer der aktivsten Vulkane Afrikas, Lava in Richtung der dicht besiedelten Stadt Goma in der Demokratischen Republik Kongo\u00a0(DR Kongo) auszusto\u00dfen. Der Ausbruch zerst\u00f6rte mehrere D\u00f6rfer, forderte Dutzende Todesopfer und zwang gesch\u00e4tzt etwa 450\u00a0000\u00a0Menschen zur Flucht.<\/p>\n<p>Seitdem hat sich der Vulkan wieder beruhigt und die direkte humanit\u00e4re Krise hat sich gelegt. Beh\u00f6rden und Wissenschaftlern bereitet jedoch noch etwas anderes Sorgen, und das k\u00f6nnte gef\u00e4hrlicher sein als der Nyiragongo.<\/p>\n<p>Goma liegt am Ufer des Kivu-Sees, der eine geologische Besonderheit darstellt: Er enth\u00e4lt 300\u00a0Kubikkilometer gel\u00f6stes Kohlendioxid, 60\u00a0Kubikkilometer Methan und dazu noch giftigen Schwefelwasserstoff. Der zwischen der DR Kongo und Ruanda liegende, malerische See k\u00f6nnte diese Gase in einer so genannten <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/an-die-luft-gesetzt\/790367\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">limnischen Eruption<\/a>, einem seltenen Ph\u00e4nomen, explosionsartig freisetzen. Dadurch w\u00fcrde schlagartig eine riesige Menge an Treibhausgasen in die Atmosph\u00e4re gelangen: Der See enth\u00e4lt umgerechnet 2,6\u00a0Gigatonnen CO<sub>2<\/sub>, was in etwa f\u00fcnf\u00a0Prozent der j\u00e4hrlichen globalen Treibhausgasemissionen entspricht. Doch es droht direkt ein noch gr\u00f6\u00dferes Ungl\u00fcck: Wird das Tal der Umgebung mit den erstickenden, giftigen Gasen geflutet, k\u00f6nnten dadurch Millionen von Menschen sterben. \u00bbDas k\u00f6nnte eine der schlimmsten, wenn nicht die schlimmste, humanit\u00e4re Katastrophe der Geschichte ausl\u00f6sen\u00ab, sagt der Ingenieur Philip Morkel. Er ist Gr\u00fcnder des in Vancouver ans\u00e4ssigen Unternehmens Hydragas Energy und versucht Gelder einzuwerben, um das Gas aus dem See zu entfernen und nutzbar zu machen.<\/p>\n<p>Der 2021 erfolgte Vulkanausbruch l\u00f6ste keine Massenentgasung des Sees aus und am 1.\u00a0Juni erkl\u00e4rte die ruandische Umweltbeh\u00f6rde Rwanda Environment Management Authority\u00a0(REMA), es bestehe keine unmittelbare Gefahr. Man geht jedoch davon aus, dass durch unterirdische Spalten unter der Stadt Goma und dem Kivu-See Lava geflossen ist. Einen Tag nach dem Ausbruch lie\u00df offenbar ein Beben eine Sandbank am See teilweise einbrechen, was dort m\u00f6glicherweise eine kleine Menge Gas freigesetzt hat. Einigen Berichten zufolge schien es, als w\u00fcrde das Wasser in Ufern\u00e4he eines prominenten Hotels kochen.<\/p>\n<p>\u00bbDas k\u00f6nnte eine der schlimmsten, wenn nicht die schlimmste, humanit\u00e4re Katastrophe der Geschichte ausl\u00f6sen\u00ab<br \/>\n(Philip Morkel)<\/p>\n<p>Der See scheint momentan f\u00fcrs Erste stabil. Er enth\u00e4lt zwar eine Menge Gase, aber im Bereich mit der h\u00f6chsten Konzentration m\u00fcsste sich diese Menge noch einmal verdoppeln, um den S\u00e4ttigungspunkt zu erreichen. Ein starkes Erdbeben oder ein Vulkanausbruch k\u00f6nnte jedoch die geschichtete Struktur des Sees zerst\u00f6ren oder die Gaskonzentrationen erh\u00f6hen und so zu einem Ausgasen f\u00fchren. Einige Forscher f\u00fcrchten zudem, dass zudem menschliche Aktivit\u00e4ten eine Katastrophe herbeif\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3>Methan wird auch genutzt<\/h3>\n<p>Derzeit wird bereits Methan aus den Tiefen das Sees heraufgepumpt und zur Erzeugung dringend ben\u00f6tigter Elektrizit\u00e4t verbrannt. Die meisten Menschen sind sich einig, dass dies eine sinnvolle Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen vor Ort darstellt und gleichzeitig den See durch das Entfernen des Gases sicherer macht. Es geht um viel Geld: Forscher sch\u00e4tzen, das Methan am Grunde des Kivu-Sees k\u00f6nnte \u00fcber einen Zeitraum von 50\u00a0Jahren 36\u00a0Milliarden Euro einbringen.<\/p>\n<p>Sie sind sich jedoch nicht dar\u00fcber einig, mit welcher Methode sich das Gas am besten f\u00f6rdern l\u00e4sst und ob solche Aktivit\u00e4ten den See so st\u00f6ren k\u00f6nnten, dass das Risiko steigt und nicht sinkt. Trotz der herrschenden Debatte wird die Methanf\u00f6rderung ausgebaut. Es gibt bereits Pl\u00e4ne, die Stromerzeugung in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten um das F\u00fcnffache zu steigern.<\/p>\n<p>\u00bbViele Wissenschaftler sind nicht einverstanden\u00ab, sagt der Biochemiker Eric Ruhanamirindi Mudakikwa. Er leitete fr\u00fchere das ruandische \u00dcberwachungsprogramm f\u00fcr den Kivu-See, das Lake Kivu Monitoring Program\u00a0(LKMP), dessen Aufgaben von der Rwanda Environment Management Authority\u2019s Environment Analytics and Lake Kivu Monitoring Division \u00fcbernommen wurden. \u00bbWas wir am See machen, ist noch ganz neu. Wir haben keine Ahnung, wie er reagieren k\u00f6nnte.\u00ab<\/p>\n<h3>Unter Druck<\/h3>\n<p>Der Kivu-See ist der gr\u00f6\u00dfte einer kleinen Gruppe von Seen weltweit, bei denen man die M\u00f6glichkeit einer limnischen Eruption vermutet. Zwei wesentlich kleinere Seen liegen einige tausend Kilometer weiter westlich in Kamerun und ein weiterer, der Albaner See, befindet sich in Italien.<\/p>\n<div class=\"img-wrapper th__2000\"><img decoding=\"async\" class=\"full\" title=\"Lava-See im Nyiragongo\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/iStock-1069619658.jpg?f=2000\" alt=\"Lava-See im Nyiragongo\" \/><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<div class=\"image-copyright\">\u00a9 GLOBALP \/ GETTY IMAGES \/ ISTOCK (AUSSCHNITT)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"row collapse\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<figure class=\"image image__article\"><figcaption>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<div class=\"image-text\">Lavasee im Nyiragongo | Am Rande des Kivu-Sees liegt der aktive Vulkan Nyiragongo, der regelm\u00e4\u00dfig Lavastr\u00f6me in Richtung des Sees und der Gro\u00dfstadt Goma erzeugt.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Diese Seen liegen alle oberhalb von tektonisch aktiven Regionen, in denen vulkanische Gase wie CO<sub>2<\/sub> aus dem Erdinneren aufsteigen. Sie sind tief und ihre Wasserschichten werden nicht durch jahreszeitliche Temperaturschwankungen von oben nach unten durchmischt. Stattdessen sammeln sich die gel\u00f6sten Gase in den dichteren unteren Schichten und werden durch den von oben herrschenden Wasserdruck wie durch einen Korken gehalten. Wenn sich so viel Gas ansammelt, dass es Blasen bildet, k\u00f6nnen diese Seen buchst\u00e4blich hochgehen wie eine gesch\u00fcttelte Champagnerflasche. Auch ein externes Ereignis kann den \u00bbKorken knallen\u00ab lassen. Ein sinkender Wasserspiegel auf Grund einer D\u00fcrre k\u00f6nnte den Druck auf die tieferen gasgef\u00fcllten Wasserschichten verringern. Durch einen Erdrutsch, ein Erdbeben oder am Grund des Sees ausbrechende Lava k\u00f6nnten die Schichten sich verlagern oder so viel W\u00e4rme aufnehmen, dass Gasblasen aufsteigen.<\/p>\n<p>Das schreckliche Potenzial solcher Seen zeigte sich im August\u00a01986, als der Nyos-See in Kamerun mit einem derartigen Schlag ausbrach, dass einige Anwohner einen Atomwaffentest vermuteten. Die umliegenden Regionen wurden mit einem Kubikkilometer Kohlendioxid geflutet. Da es schwerer ist als Luft, erstickten daran \u00fcber 1700\u00a0Menschen und 3500\u00a0Nutztiere.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbWir haben keine Ahnung, wie er reagieren k\u00f6nnte\u00ab<br \/>\n(Eric R. Mudakikwa)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach diesem Ausbruch startete man ein Projekt, das solche Ereignisse am Nyos-See in Zukunft verhindern soll: 2001 pumpte der Physiker und Ingenieur Michel Halbwachs, der damals an der Universit\u00e9 Savoie im franz\u00f6sischen Chamb\u00e9ry t\u00e4tig war, zusammen mit seinem Team gasgef\u00fclltes Wasser aus der Tiefe des Sees. Dazu senkten sie von einer schwimmenden Plattform aus ein langes Rohr bis in die tiefen Wasserschichten. So entstand eine selbsterhaltende Font\u00e4ne, durch die das Gas in einer kleinen, kontrollierten Version einer limnischen Eruption austreten konnte. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/4661033a\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2011 f\u00fcgte das Team zwei weitere Rohre hinzu<\/a> und 2019 betrachteten Halbwachs und seine Kollegen den Nyos-See als \u00bbso gut wie v\u00f6llig befreit von riskanten Mengen an gel\u00f6stem Kohlendioxid\u00ab.<\/p>\n<p>Nach der ersten Installation k\u00fcmmerte sich Halbwachs um das kleinere Gegenst\u00fcck zum Nyos-See, den Manoun-See, an dem sich 1984 eine wesentlich kleinere Eruption ereignet hatte. Nach Installation der Entl\u00fcftungsrohre gilt dieser See seit 2009 als gasfrei.<\/p>\n<p>Halbwachs&#8216; Unternehmen Limnological Engineering konnte sich nun einen Auftrag im Wert von knapp 4,5\u00a0Millionen Euro sichern. Es geht um die Entgasung des Golfs von Kabuno, einem kleinen n\u00f6rdlichen Ausl\u00e4ufer des Kivu-Sees, der schon in geringer Tiefe eine hohe CO<sub>2<\/sub>-Konzentration aufweist. Das Unternehmen arbeitet bereits seit 2017 an einem Pilotprojekt.<\/p>\n<h3>Gigant unter den Gas-Seen<\/h3>\n<p>Der ungleich gr\u00f6\u00dfere Kivu-See stellt jedoch ein ganz anderes Problem dar. Der Kivu-See ist geologisch \u00e4lter als der Nyos-See und der umliegende Boden enth\u00e4lt mehr organische Materie. Dadurch beherbergt er im Gegensatz zum Nyos-See erhebliche Mengen Methan, erkl\u00e4rt der Biogeochemiker George Kling, der an der University of Michigan im US-amerikanischen Ann Arbor limnische Eruptionen untersucht. Mikroorganismen, die organische Substanzen abbauen, erzeugen Methan, und Methan oder Wasserstoff vulkanischen Ursprungs kann direkt aus den unteren Felsschichten in den See gelangen. Die L\u00f6slichkeit von Methan liegt weit unter der von Kohlendioxid, so dass es viel schneller zu aufsteigenden Blasen kommt. \u00bbDas Methan ist das eigentliche Problem. Das ist anders als beim Nyos-See\u00ab, sagt der Seephysiker Alfred John W\u00fcest von der Schweizer Eidgen\u00f6ssischen Anstalt f\u00fcr Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gew\u00e4sserschutz, kurz Eawag, in Kastanienbaum.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbDas Methan ist das eigentliche Problem\u00ab<br \/>\n(Alfred John W\u00fcest)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der See k\u00f6nnte ohne Sicherheitsrisiko betr\u00e4chtliche Mengen CO<sub>2<\/sub> beinhalten, w\u00fcrde das Methan nicht zum Gasdruck beitragen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Kohlendioxid kein Problem mehr ist, wenn man das Methan als Energietr\u00e4ger ausleitet.<\/p>\n<h3>Geheimnisvolle Gase<\/h3>\n<p>Trotz des Gefahrenpotenzials des Kivu-Sees gibt es bez\u00fcglich der Grundlagen betr\u00e4chtliche Differenzen, etwa dar\u00fcber, wo das Gas herkommt, ob es mehr wird und sogar, ob der Kivu-See fr\u00fcher bereits ausgebrochen ist. Robert Hecky, im Ruhestand befindlicher See\u00f6kologe der US-amerikanischen University of Minnesota Duluth, hat den Kivu-See untersucht. Er sagt, dass die Sedimente zwar neun braune Schichten aufweisen, die auf Durchmischungen in den letzten 2000\u00a0Jahren schlie\u00dfen lassen, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1073%2Fpnas.1609112113\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass er aber f\u00fcr die letzten 12\u00a0000\u00a0Jahre keine Belege f\u00fcr ein so gewaltiges Ereignis wie eine limnische Eruption gefunden habe<\/a>. Eine andere Deutung der Sachlage besagt, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016%2Fj.jafrearsci.2019.103614\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass es zumindest vor 4000\u00a0Jahren zu einer Eruption\u00a0kam<\/a>.<\/p>\n<p>Einige Fakten sind eindeutig. Die oberen Wasserschichten des Sees sind relativ k\u00fchl und reich an Fischen. Etwa 260\u00a0Meter tiefer kommt es zu einer drastischen \u00c4nderung. Das Wasser ist dort auf Grund von Hydrothermalquellen viel w\u00e4rmer und salzhaltiger. Hier liegen die tiefen \u00bbressourcenhaltigen Wasserschichten\u00ab, die reich an gel\u00f6sten Gasen\u00a0sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1029%2F2004GC000892\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In einer Untersuchung von 2005 verglichen der Umweltforscher Martin Schmid von Eawag und seine Kollegen, darunter auch Halbwachs, die Gasgehalte in dieser tiefen Schicht mit Messungen von 1975<\/a>. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Methankonzentration um 15\u00a0Prozent gestiegen war. Bei einem gleich bleibenden Anstieg w\u00e4ren die tieferen Schichten um 2090 ges\u00e4ttigt und w\u00fcrden eine Eruption ausl\u00f6sen. Eine weitere Ver\u00f6ffentlichung von 2020, bei der Schmid als Mitautor fungierte, besagte jedoch, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1371%2Fjournal.pone.0237836\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass die Gaskonzentrationen gar nicht gestiegen seien<\/a>.<\/p>\n<h3>Widerspr\u00fcchliche Messungen<\/h3>\n<p>Dies beruhigte viele Forscher, aber die Ergebnisse bleiben widerspr\u00fcchlich. So wurden bei der Datenerhebung zum Beispiel unterschiedliche Gasmessmethoden angewandt. Ob die Gaskonzentrationen nun gestiegen sind oder nicht, \u00e4ndert jedoch nichts daran, dass die Zukunft ungewiss ist; sie k\u00f6nnten jederzeit ohne Vorwarnung drastisch ansteigen. \u00bbDie unterirdischen Verzweigungen im vulkanischen System der Riftzone, die den Kivu-See umgibt, sind weitgehend unbekannt\u00ab, sagt Kling. \u00bbEs ist gut m\u00f6glich, dass die Gaszufuhr durch st\u00e4rkere unterirdische vulkanische oder geologische Aktivit\u00e4ten drastisch ansteigt.\u00ab<\/p>\n<p>Die gleichen Vulkanausbr\u00fcche und Erdbeben k\u00f6nnten theoretisch zudem eine Eruption ausl\u00f6sen. \u00bbBei einem gasreichen See in der N\u00e4he eines Vulkans gibt es ein gro\u00dfes Potenzial an Ausl\u00f6sern\u00ab, so Hecky. Es fragt sich nur, wie stark sie sein m\u00fcssten. \u00bbDer See ist au\u00dfergew\u00f6hnlich stabil. Eine Umw\u00e4lzung bed\u00fcrfte einer riesigen Menge an Energie\u00ab, sagt er. Der in Ruanda t\u00e4tige Vulkanologe Dario Tedesco von der italienischen Hochschule Universit\u00e0 degli Studi della Campania Luigi Vanvitelli erkl\u00e4rt, seine Daten \u00fcber den Vulkanausbruch von 2021 zeigen, dass keine Gase aus Spalten um Goma oder aus dem See ausgetreten seien. Seiner Aussage zufolge gab es entweder kein unterirdisches Magma oder die Str\u00f6me waren so klein oder so tief, dass sie keine Auswirkungen hatten.<\/p>\n<p>Die meisten der etwa ein Dutzend von \u00bbNature\u00ab angesprochenen Wissenschaftler zeigen sich jedoch angesichts der geologischen Aktivit\u00e4ten in der Region weiterhin besorgt \u00fcber den Methangehalt des Sees. W\u00fcrden \u00fcber etwa 50\u00a0Jahre 90\u00a0Prozent des Methans ausgeleitet, argumentiert Morkel, dann k\u00f6nnte dies die Wahrscheinlichkeit einer limnischen Eruption in den ersten zehn Jahren um 90\u00a0Prozent senken. \u00bbIm besten Fall wird es niemals dazu kommen\u00ab, so Morkel.<\/p>\n<h3>Das Methan wird angezapft<\/h3>\n<p>Seit Jahrzehnten pumpt man bereits in kleinen Mengen Methan aus dem Kivu-See, um damit Energie zu erzeugen. Diese Aktivit\u00e4ten wurden erheblich verst\u00e4rkt, als 2016 das Kraftwerk KivuWatt des Londoner Unternehmens ContourGlobal den Betrieb aufnahm. Das 170-Millionen-Euro-Projekt liefert derzeit 26\u00a0Megawatt Strom. Vertraglich vereinbart ist eine Steigerung auf 100\u00a0Megawatt. Dies wird merklich zur Abdeckung der Grundlast in Ruandas auf 200\u00a0Megawatt ausgelegtem Stromnetz beitragen.<\/p>\n<p>Bisher hat KivuWatt den Vorrat im See nur relativ geringf\u00fcgig verkleinert: Bei der derzeitigen Entnahmerate wird das Unternehmen in 25\u00a0Jahren weniger als f\u00fcnf\u00a0Prozent des Methans abbauen. \u00bbDieses Tempo reicht mit Sicherheit nicht aus, das Risiko einer limnischen Eruption deutlich zu verringern\u00ab, sagt der am KivuWatt t\u00e4tige Limnologe Francois Darchambeau. \u00bbAlso m\u00fcssen wir die Kapazit\u00e4t vergr\u00f6\u00dfern.\u00ab Die Erweiterungspl\u00e4ne m\u00fcssen jedoch warten, bis die Nachfrage nach Strom mit dem Angebot gleichzieht, so das Unternehmen. Bei KivuWatt \u00fcberlegt man zudem, Kohlendioxid aus dem See zu pumpen und als kommerzielles Produkt zu verkaufen.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit hat das ruandische Unternehmen Shema Power Lake Kivu die kleine Pilotanlage\u00a0KP-1 aufgekauft, die 2006 begann, Methan aus dem See zu pumpen. Dort errichtet man derzeit eine Anlage, die 56\u00a0Megawatt liefern soll. Auf der Website des Unternehmens hei\u00dft es, dass die Bauphase Anfang\u00a02022 enden soll. Shema Powers Projektleiter Tony de la Motte wollte \u00bbNature\u00ab gegen\u00fcber jedoch keine Fragen zum Zeitplan f\u00fcr die Anlage oder zu ihrem Betrieb beantworten.<\/p>\n<div class=\"row collapse\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<figure class=\"image image__article\">\n<div class=\"img-wrapper th__2000\"><img decoding=\"async\" class=\"full\" title=\"Lavastrom in Goma\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/iStock-458100491.jpg?f=2000\" alt=\"Lavastrom in Goma\" \/><\/div><figcaption>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<div class=\"image-copyright\">\u00a9 GUENTERGUNI \/ GETTY IMAGES \/ ISTOCK (AUSSCHNITT)<\/div>\n<div class=\"image-text\">Lavastrom in Goma | Zerst\u00f6rte Autos in erkalteter Lava: Immer wieder verw\u00fcstet der Vulkan Teile der Umgebung. Bef\u00fcrchtet wird, dass durch die vulkanische Aktivit\u00e4t auf die Gasblase im Kivu-See aktiviert werden k\u00f6nnte\u00a0\u2013 mit katastrophalen Folgen.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Alle diese Projekte folgen generell dem Prinzip, dass Wasser aus der Tiefe heraufgef\u00f6rdert wird, so dass sich das Methan aus dem Wasser l\u00f6st und es gereinigt und zu einem Kraftwerk gepumpt werden kann. Das entgaste Wasser wird dann wieder dem See zugef\u00fchrt. Die Fragen drehen sich darum, wie man dies am besten erreicht, und die Pl\u00e4ne variieren je nach Firma und Angebot.<\/p>\n<p>Das entgaste Wasser enth\u00e4lt immer noch hohe Konzentrationen an N\u00e4hrstoffen und giftigem Schwefelwasserstoff. Wird es dem See zu nah an der Oberfl\u00e4che wieder zugef\u00fchrt, so k\u00f6nnte das einigen Forschern zufolge zu einem Fischsterben und sch\u00e4dlichen Algenbl\u00fcten f\u00fchren. Zudem ist es salzig und reich an CO<sub>2<\/sub>, so dass es eine relativ hohe Dichte besitzt. Bei einer Einleitung in zu geringer Tiefe w\u00fcrde das methanfreie Wasser also absinken und k\u00f6nnte dabei wom\u00f6glich den ma\u00dfgeblichen Dichtegradienten in 260\u00a0Metern Tiefe st\u00f6ren, welcher das gasreiche Wasser in der Ressourcenzone darunter gesichert h\u00e4lt. \u00bbDas w\u00fcrde nicht unbedingt zu einem Ausbruch f\u00fchren\u00ab, sagt Morkel, \u00bbaber die Gefahr eines Ausbruchs w\u00fcrde steigen.\u00ab<\/p>\n<h3>Schwierige F\u00f6rderung<\/h3>\n<p>Eine Aufw\u00e4rtsverlagerung dieses Gradienten k\u00f6nnte ebenfalls problematisch sein, weil dadurch der Druck auf das gasreiche Wasser sinken w\u00fcrde. Und ein Verd\u00fcnnen der Ressourcenschicht mit entgastem Wasser k\u00f6nnte die Gaskonzentration so weit senken, dass eine kommerzielle Verwertung nicht mehr m\u00f6glich w\u00e4re. In diesem Falle verbliebe eine gro\u00dfe Menge des gef\u00e4hrlichen Gases im See, ohne dass man es sinnvoll entfernen k\u00f6nnte. Es g\u00e4be nur noch die M\u00f6glichkeit, es an die Oberfl\u00e4che abzuleiten, doch dadurch w\u00fcrden starke Treibhausgase freigesetzt und das Oberfl\u00e4chenwasser kontaminiert.<\/p>\n<p>2009 ver\u00f6ffentlichte eine Gruppe internationaler Wissenschaftler, darunter auch Morkel, W\u00fcest und Schmid, \u00bb<a href=\"https:\/\/www.dora.lib4ri.ch\/eawag\/islandora\/object\/eawag%3A19124\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bewirtschaftungsvorschriften<\/a>\u00ab\u00a0(BV), in denen sie bew\u00e4hrte Methoden zur Extraktion des Methans aus dem See zusammenfassen. Die Mehrzahl der Experten favorisiert die so genannte Methode zur Erhaltung der Dichtezone. Dabei wird die Dichte des entgasten Wassers \u00fcber den CO<sub>2<\/sub>-Gehalt gesteuert, so dass es vorsichtig in den See zur\u00fcckgeleitet werden kann, ohne eine Durchmischung anzusto\u00dfen. Das ist eine technische Herausforderung, w\u00fcrde jedoch die derzeitige Struktur des Sees bewahren.<\/p>\n<p>KivuWatt hat sich f\u00fcr eine andere Strategie entschieden: Das entgaste Wasser wird knapp oberhalb des Hauptgradienten zur\u00fcckgeleitet. Das ist einfacher zu erreichen und sollte die Ressourcenzone nicht verd\u00fcnnen, wird aber wohl die Struktur des Sees ver\u00e4ndern.<\/p>\n<div class=\"row collapse\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<figure class=\"image image__article\">\n<div class=\"trans img-wrapper th__2000\"><img decoding=\"async\" class=\"full\" title=\"Profil des Sees und geplante F\u00f6rderung\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/Jones_Nature597_DeepGas_NikSpencer.png?f=2000\" alt=\"Profil des Sees und geplante F\u00f6rderung\" \/><\/div><figcaption>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<div class=\"image-copyright\">\u00a9 NIK SPENCER\/NATURE; JONES, N.: <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/immersive\/d41586-021-02523-5\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HOW DANGEROUS IS AFRICA&#8217;S EXPLOSIVE LAKE KIVU?<\/a> NATURE 597, 2021; DT. BEARBEITUNG: SPEKTRUM DER WISSENSCHAFT (AUSSCHNITT)<\/div>\n<div class=\"image-text\">Profil des Sees und geplante F\u00f6rderung<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Sarchambeau erkl\u00e4rt, dass KivuWatt t\u00e4glich das Oberfl\u00e4chenwasser \u00fcberwacht und w\u00f6chentliche Analysen erstellt, um zuverl\u00e4ssige Daten \u00fcber die Stabilit\u00e4t des Sees zu erhalten. Er sagt, dass sich nach f\u00fcnfj\u00e4hrigem Betrieb erwartungsgem\u00e4\u00df eine Schw\u00e4chung der Stabilit\u00e4t abzeichnet, jedoch nur eine leichte. \u00bbWenn wir die derzeitige Gasentnahme weitere 50\u00a0Jahre fortsetzen\u00ab, sagt Sarchambeau, \u00bbdann verringert das die Stabilit\u00e4t des Sees um ein Prozent.\u00ab Dieser Wert liegt deutlich unter den Empfehlungen der BV, die besagen, dass die Stabilit\u00e4t nicht um mehr als 25\u00a0Prozent reduziert werden darf, gemessen an der Energie, die f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Durchmischung des Sees ben\u00f6tigt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es gibt jedoch Stimmen, die KivuWatts Ansatz f\u00fcr problematisch halten. \u00bbDieser Weg f\u00fchrt in die Katastrophe\u00ab, sagt der Ingenieur Finn Hirslund vom Beratungsunternehmen COWI im d\u00e4nischen Lyngby. Er geh\u00f6rt zu den Verfassern der BV und hat von Experten gepr\u00fcfte Arbeiten zum Kivu-See ver\u00f6ffentlicht. Hirslund argumentiert, dieses Projekt werde \u00bbden Hauptgradienten zerst\u00f6ren\u00ab und ist besorgt, dass Fortsetzung und Ausbau der Gasentnahme aus dem See mit \u00e4hnlichen Methoden langfristige Folgen haben k\u00f6nnen, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016%2Fj.jafrearsci.2019.103672\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die erst nach Jahrzehnten deutlich werden<\/a>.<\/p>\n<p>Auch Morkel steht KivuWatts Ansatz kritisch gegen\u00fcber. Er wendet ein, das entgaste Wasser des Unternehmens enthalte zu viel Kohlendioxid und habe eine zu hohe Dichte. Dadurch, so denkt er, werde es den Hauptgradienten durchsto\u00dfen. Morkel ist daf\u00fcr, Wasser zu entnehmen und es in anderen Tiefen als KivuWatt zur\u00fcckzuf\u00fchren. Er geht davon aus, dass die Schichtung des Sees dadurch bei der Gasentnahme zur Energiegewinnung besser erhalten bleibt. Daher versucht er F\u00f6rdergelder f\u00fcr diesen Ansatz einzuwerben.<\/p>\n<div class=\"row collapse\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<figure class=\"image image__article\">\n<div class=\"img-wrapper th__2000\"><img decoding=\"async\" class=\"full\" title=\"Goma\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/Lac_Kivu-1_Guerchom_Ndebo-Nature_twk.jpg?f=2000\" alt=\"Goma\" \/><\/div><figcaption>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<div class=\"image-copyright\">\u00a9 GUERCHOM NDEBO F\u00dcR NATURE; JONES, N.: <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/immersive\/d41586-021-02523-5\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HOW DANGEROUS IS AFRICA&#8217;S EXPLOSIVE LAKE KIVU?<\/a> NATURE 597, 2021 (AUSSCHNITT)<\/div>\n<div class=\"image-text\">Goma | Die Stadt Goma in der Demokratischen Republik Kongo wird vom Vulkan Nyiragongo und dem Kivu-See flankiert, die beide eine Bedrohung darstellen.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Es gibt jedoch auch Wissenschaftler, die nicht besorgt sind. \u00bbIn Sachen Sicherheit bin ich absolut zuversichtlich\u00ab, sagt W\u00fcest, der ebenfalls zu KivuWatts unabh\u00e4ngigem Expertenrat geh\u00f6rt. \u00bbIch sehe das Ganze absolut positiv\u00ab, betont der Physiker Bertram Boehrer vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung in Magdeburg, der an dem See gearbeitet hat. \u00bbBei unerwarteten Entwicklungen bleibt immer noch genug Zeit zum Handeln.\u00ab<\/p>\n<h3>Was bringt die Zukunft<\/h3>\n<p>Der einzige Ausweg aus der Debatte um m\u00f6gliche Folgen f\u00fcr den See ist wahrscheinlich eine genaue Beobachtung, ob und wie sich die Dichteschichten ver\u00e4ndern. Die Lake Kivu Monitoring Division (LKMD) \u00fcberwacht die Tiefen des Sees und pr\u00fcft die Gas f\u00f6rdernden Unternehmen. Mudakikwa erkl\u00e4rt, die w\u00f6chentlichen Analysen zeigten, dass der See bisher stabil bleibt. \u00bbDer Hauptgradient ver\u00e4ndert sich nicht\u00ab, sagt er. \u00bbSollte der See instabil werden, dann sind wir die Ersten, die es sorgt.\u00ab<\/p>\n<p>KivuWatt stellt klar, dass die Richtlinien des LKMD verbindlich seien und man sich daran h\u00e4lt. Zudem habe der unabh\u00e4ngige Expertenrat des Unternehmens, dem auch Hecky und W\u00fcest angeh\u00f6ren, Zugriff auf KivuWatts Daten und pr\u00fcft seinen j\u00e4hrlichen Bericht an die ruandische Regierung. \u00bbWir stehen der Wissenschaft sehr aufgeschlossen gegen\u00fcber\u00ab, sagt Sarchambeau, obwohl einige Informationen, wie etwa der Aufbau der ma\u00dfgeschneiderten Sensoren f\u00fcr die Gaskonzentration, geheim bleiben. \u00bbJeder m\u00f6chte KivuWatts Daten\u00ab, sagt der Unternehmensleiter Priysham Nundah. \u00bbIch kann Wettbewerbern nichts zukommen lassen, aber wir geben [dem LKMD] das, wozu wir vertraglich und gem\u00e4\u00df Vereinbarung verpflichtet\u00a0sind.\u00ab<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbGegen Mutter Natur kommen wir im Zweifelsfall nicht an\u00ab<br \/>\n(Eric R. Mudakikwa)<\/p><\/blockquote>\n<p>Einige von \u00bbNature\u00ab angesprochene Forscher beklagten, dass sie Schwierigkeiten haben, an solche Daten heranzukommen. \u00bbIn unseren [BV-]Richtlinien haben wir klar vorgegeben, dass diese Daten \u00f6ffentlich sein m\u00fcssen\u00ab, so W\u00fcest. \u00bbMeines Wissens hat die ruandische Regierung dem nie Folge geleistet.\u00ab Mudakikwa erkl\u00e4rt, dass die Daten der Gas f\u00f6rdernden Unternehmen vertraulich seien. Die Analysedaten des Sees k\u00f6nnen Forscher erhalten, wenn sie dem Generaldirektor der REMA schreiben, was sie ben\u00f6tigen und warum.<\/p>\n<div class=\"row collapse\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<figure class=\"image image__article\">\n<div class=\"img-wrapper th__2000\"><img decoding=\"async\" class=\"full\" title=\"Alltag am Ufer\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/Lac_Kivu-4_Guerchom_Ndebo-Nature_twk.jpg?f=2000\" alt=\"Alltag am Ufer\" \/><\/div><figcaption>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"small-12 columns\">\n<div class=\"image-copyright\">\u00a9 GUERCHOM NDEBO F\u00dcR NATURE; JONES, N.: <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/immersive\/d41586-021-02523-5\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HOW DANGEROUS IS AFRICA&#8217;S EXPLOSIVE LAKE KIVU?<\/a> NATURE 597, 2021 (AUSSCHNITT)<\/div>\n<div class=\"image-text\">Alltag am Ufer | Ein Gasausbruch im Kivu-See k\u00f6nnte Millionen von Menschen in der Region bedrohen.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Kombination aus dem wirtschaftlichen Wert des Kivu-Sees, seinem explosiven Potenzial und der zahlreichen abweichenden Meinungen, wie man am besten damit umgehen solle, erhitzt die Gem\u00fcter unter den dort t\u00e4tigen Wissenschaftlern. \u00bbIch bin geradezu davon besessen, zu verstehen, was in diesem See vor sich geht\u00ab, sagt Hirslund. \u00bbAm Kivu-See zu arbeiten, ist eine Leidenschaft\u00ab, stimmt Augusta Umutoni, Leiterin der LKMP,\u00a0zu.<\/p>\n<p>Gas aus dem See zu f\u00f6rdern, sollte ihn sicherer machen, sagt Mudakikwa. Aber es gibt Dinge wie etwa Vulkanausbr\u00fcche, die weder Wissenschaftler, Unternehmen noch Regulierungsbeh\u00f6rden abwenden oder verhindern k\u00f6nnen. \u00bbGegen Mutter Natur kommen wir im Zweifelsfall nicht\u00a0an.\u00ab<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>https:\/\/www.spektrum.de\/news\/geologie-wie-gefaehrlich-ist-afrikas-explosiver-see\/1972708?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE&#038;fbclid=IwAR2R6pfoiVIpc-SKZJf0xg0rEzb4ERdBtm4HXt4eiNRFoJGqdtiCUSsra7I<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_9776\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"9776\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/test.east-sea.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Views: 0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kivu-See im Zentrum Afrikas k\u00f6nnte eines Tages eine riesige Gaswolke aussto\u00dfen, an der Millionen Menschen ersticken w\u00fcrden. Momentan ist nicht klar, ob das Risiko steigt. von Nicola Jones Am 22. Mai 2021 begann der Nyiragongo, einer der aktivsten Vulkane Afrikas, Lava in Richtung der dicht besiedelten Stadt Goma in der Demokratischen Republik Kongo\u00a0(DR Kongo) [&hellip;]<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_9776\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"9776\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/test.east-sea.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[97,1,37],"tags":[],"class_list":["post-9776","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","category-allgemein","category-thoi-su-tong-hop"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"de","enabled_languages":["vi","en","de"],"languages":{"vi":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9776"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9776\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9778,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9776\/revisions\/9778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}