{"id":8784,"date":"2021-08-16T21:13:28","date_gmt":"2021-08-16T19:13:28","guid":{"rendered":"http:\/\/east-sea.de\/?p=8784"},"modified":"2021-08-17T18:22:29","modified_gmt":"2021-08-17T16:22:29","slug":"merkel-entwicklung-in-afghanistan-ist-uberaus-bitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/2021\/08\/16\/merkel-entwicklung-in-afghanistan-ist-uberaus-bitter\/","title":{"rendered":"Merkel: Entwicklung in Afghanistan ist &#8222;\u00fcberaus bitter&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Nach dem Afghanistan-Debakel w\u00e4chst der Druck auf die Bundesregierung, sich zu erkl\u00e4ren. Kanzlerin Angela Merkel und Au\u00dfenminister Heiko Maas r\u00e4umen ein, dass die Lage falsch eingesch\u00e4tzt wurde.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8785 size-full\" src=\"http:\/\/east-sea.de\/datei\/uploads\/2021\/08\/58880974_303.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"394\" \/><\/p>\n<p>Jetzt gehe es erst einmal darum, Menschen in Sicherheit zu bringen, sagte die Bundeskanzlerin auf einer Pressekonferenz in Berlin. Deutschland setze alles daran Landsleute und afghanische Ortskr\u00e4fte, aber auch Menschen, die mit dem Entwicklungsministerium und Nichtregierungsorganisationen zusammengearbeitet haben, au\u00dfer Landes zu bringen.<\/p>\n<p>Etwa 1900 der von der Bundeswehr in einer ersten Gruppe identifizierten Ortskr\u00e4fte seien bereits in Deutschland oder sicheren Drittl\u00e4ndern. Nun versuche man unter anderem auch, rund 1500 Mitarbeiter der Entwicklungszusammenarbeit und von NGOs aus Afghanistan zu bekommen. Zugleich r\u00e4umte Angela Merkel ein, ob die Evakuierungen ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, h\u00e4nge &#8222;von der Lage in Kabul ab. &#8222;Das haben wir leider nicht mehr in der Hand.&#8220; Die Bedingungen in Kabul seien extrem schwierig.<\/p>\n<h2>Klare Worte der Kanzlerin: &#8222;bitter, dramatisch und furchtbar&#8220;<\/h2>\n<p>Die Kanzlerin zog ein kritisches Fazit des internationalen Milit\u00e4reinsatzes in Afghanistan. Der fast 20 Jahre w\u00e4hrende Einsatz sei &#8222;nicht so gegl\u00fcckt, wie wir uns das vorgenommen haben&#8220;. Das sei eine Erkenntnis, &#8222;die \u00fcberaus bitter ist&#8220;, f\u00fcgte sie\u00a0hinzu. Die B\u00fcndnispartner m\u00fcssten sich eingestehen, dass das keine erfolgreichen Bem\u00fchungen waren, daraus m\u00fcsse man Lehren ziehen &#8222;und seine Ziele auch kleiner fassen&#8220; bei solchen Eins\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/taliban-verk%C3%BCnden-in-kabul-ihren-sieg\/a-58873549\">Schnelligkeit des Vormarschs der Taliban<\/a> habe man v\u00f6llig untersch\u00e4tzt: &#8222;Wir haben alle \u2013 da \u00fcbernehme ich auch die Verantwortung \u2013 die Entwicklung falsch eingesch\u00e4tzt.&#8220; Seit dem Abzug der ausl\u00e4ndischen Truppen habe die internationale Gemeinschaft erleben m\u00fcssen, wie die Taliban in geradezu atemberaubender Geschwindigkeit Provinz f\u00fcr Provinz, Stadt f\u00fcr Stadt wiedererobert und das ganze Land erneut unter ihre Kontrolle gebracht haben.<\/p>\n<p>&#8222;Bitter, dramatisch und furchtbar ist diese Entwicklung insbesondere f\u00fcr die Menschen in Afghanistan&#8220;, betonte die Kanzlerin. Die Lage sei &#8222;furchtbar f\u00fcr die Millionen Afghanen, die sich f\u00fcr eine freie Gesellschaft eingesetzt haben&#8220;.<\/p>\n<h2>Maas: &#8222;Es gibt nichts zu besch\u00f6nigen&#8220;<\/h2>\n<p>Zuvor hatte bereits Au\u00dfenminister Heiko Maas\u00a0mit Blick auf die unerwartet schnelle Macht\u00fcbernahme durch die Taliban am Hindukusch einger\u00e4umt:\u00a0&#8222;Es gibt\u00a0nichts zu besch\u00f6nigen:\u00a0Wir alle &#8211; die Bundesregierung, die Nachrichtendienste, die internationale Gemeinschaft &#8211; wir haben die Lage falsch eingesch\u00e4tzt.&#8220;\u00a0Dass sich die afghanischen Truppen den Taliban entgegenstellen w\u00fcrden, sei eine Fehleinsch\u00e4tzung der Alliierten gewesen. Daraus m\u00fcssten auch die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.<\/p>\n<div class=\"picBox full rechts \">\n<p><a class=\"overlayLink init\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/merkel-entwicklung-in-afghanistan-ist-%C3%BCberaus-bitter\/a-58881144#\" rel=\"nofollow\"><img decoding=\"async\" title=\"Statement Heiko Maas zu aktuellen Entwicklungen in Afghanistan\" src=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/58880513_401.jpg\" alt=\"Statement Heiko Maas zu aktuellen Entwicklungen in Afghanistan\" \/><\/a>Au\u00dfenminister Heiko Maas und die Kanzlerin stimmen in ihrer Lageeinsch\u00e4tzung \u00fcberein<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Bilder von verzweifelten Menschen am Flughafen der Hauptstadt Kabul bezeichnete der SPD-Politiker\u00a0als au\u00dferordentlich schmerzhaft. Deutschland werde nichts unversucht lassen, so viele Menschen wie m\u00f6glich aus der katastrophalen Lage zu retten.<\/p>\n<p>Noch vor wenigen Tagen hatte es in einer Einsch\u00e4tzung der US-Geheimdienste gehei\u00dfen, Kabul k\u00f6nne noch mindestens drei Monate gehalten werden. Doch dann r\u00fcckten die Extremisten fast ohne Gegenwehr der afghanischen Streitkr\u00e4fte vor. Am Sonntag eroberten sie Kabul und besetzten nach eigenen Angaben auch den Amtssitz von Pr\u00e4sident Aschraf Ghani, der zuvor ins Ausland geflohen war.<\/p>\n<h2>Flughafen-Rollfeld von Zivilisten gest\u00fcrmt<\/h2>\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan versuchen westliche M\u00e4chte fieberhaft, ihre Staatsb\u00fcrger und ehemaligen Ortskr\u00e4fte aus der Hauptstadt Kabul auszufliegen. <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/bundeswehr-startet-riskanten-evakuierungseinsatz\/a-58874618\">Drei Milit\u00e4rtransporter der Bundeswehr vom Typ Airbus A400M<\/a> befanden sich am Montag auf dem Weg nach Afghanistan. Es blieb aber zun\u00e4chst unklar, wann sie in Kabul landen k\u00f6nnen. Am Flughafen von Kabul finden nach US-Angaben aus Sicherheitsgr\u00fcnden derzeit keine Starts oder Landungen statt. Es sei unklar, wann diese wieder aufgenommen w\u00fcrden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.<\/p>\n<p>Auf dem Flughafen harren nicht nur Angeh\u00f6rige westlicher Botschaften aus, sondern auch viele Afghanen. Dort spielten sich <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/chaos-nach-macht%C3%BCbernahme-der-taliban\/a-58875627\">dramatische Szenen<\/a> ab, teilweise wurde das Rollfeld von panischen Menschen mit dem Ziel gest\u00fcrmt, einen Platz in einer Maschine zu ergattern. Teilweise kletterten sie auf Flugzeuge, um ihre Mitnahme zu erwirken. Nach Augenzeugenberichten kamen mindestens sieben\u00a0Menschen bei den Tumulten ums Leben.<\/p>\n<p>qu\/sti (dpa, rtr, afp, Phoenix-live)<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>https:\/\/www.dw.com\/de\/merkel-entwicklung-in-afghanistan-ist-\u00fcberaus-bitter\/a-58881144<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_8784\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"8784\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/test.east-sea.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Views: 0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Afghanistan-Debakel w\u00e4chst der Druck auf die Bundesregierung, sich zu erkl\u00e4ren. 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