{"id":6955,"date":"2020-08-14T21:44:47","date_gmt":"2020-08-14T19:44:47","guid":{"rendered":"http:\/\/east-sea.de\/?p=6955"},"modified":"2020-08-17T21:05:26","modified_gmt":"2020-08-17T19:05:26","slug":"vietnam-positioniert-sich-als-alternative-zu-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/2020\/08\/14\/vietnam-positioniert-sich-als-alternative-zu-china\/","title":{"rendered":"Vietnam positioniert sich als Alternative zu China"},"content":{"rendered":"<div class=\"hb-header\">\n<p class=\"hb-name\"><strong><span class=\"hb-name-prep\">Von: <\/span><a title=\"Mathias Peer\" href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/mathias-peer\/8740902.html\">Mathias Peer<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Die Coronakrise f\u00fchrt Unternehmen vor Augen, wie riskant es ist, Lieferketten von einzelnen L\u00e4ndern abh\u00e4ngig zu machen. Dem\u00a0kommunistischen Land k\u00f6nnte diese Entwicklung besonders nutzen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6956 size-large\" src=\"http:\/\/east-sea.de\/datei\/uploads\/2020\/08\/Bildschirmfoto-2020-08-14-um-21.29.31-1024x699.png\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"423\" \/><\/p>\n<p><span class=\"hcf-location-mark\">Bangkok<\/span> Dem Klebebandhersteller Tesa wird es in China zu eng. Sp\u00e4testens in f\u00fcnf Jahren d\u00fcrfte das Werk in Suzhou an seine Kapazit\u00e4tsgrenzen sto\u00dfen, erwartet die Beiersdorf-Tochter. Doch statt die Fabrik in Schanghais Nachbarstadt ein weiteres Mal auszubauen, setzt das Unternehmen aus Norderstedt lieber auf einen ganz neuen Standort: Im Norden Vietnams will Tesa ein 70.000 Quadratmeter gro\u00dfes Werk errichten, das 2023 mit der Produktion starten soll.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"hb-body\">\n<div class=\"hcf-detail-header-ad hcf-content\">\n<div class=\"hcf-ad-wrapper\">\n<div class=\"vhb-ad-article-fullsize\">\n<div id=\"iqadtile3\" class=\"\">Die Entscheidung daf\u00fcr fiel im Mai. \u201eDass Tesa in Zeiten von Corona eine Investition in H\u00f6he von rund 55 Millionen Euro t\u00e4tigt, ist ein starkes Signal der Anteilseigner f\u00fcr die Zukunft\u201c, sagte Konzernchef Norman Goldberg.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"hcf-paywall\">\n<div>\n<p>Tesa ist mit der Entscheidung f\u00fcr Vietnam nicht allein. Das s\u00fcdostasiatische Land hat sich in den vergangenen Jahren zur gefragten Option f\u00fcr Unternehmen entwickelt, die ihr Produktionsnetz in <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/asien\" target=\"_self\">Asien<\/a> breiter aufstellen wollen. Die Coronakrise verst\u00e4rkt den Trend: Produktionsausf\u00e4lle nach Lockdowns haben den Managern von Lieferketten die Gefahr vor Augen gef\u00fchrt, sich zu sehr von einzelnen L\u00e4ndern abh\u00e4ngig zu machen. Die Zuspitzung in der geopolitischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China unterstreicht dies zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Die L\u00e4nder der s\u00fcdostasiatischen Staatengemeinschaft Asean, zu der Vietnam geh\u00f6rt, sehen sich dabei in einer guten Position, von der Entwicklung zu profitieren. W\u00e4hrend die Warenstr\u00f6me zwischen China auf der einen Seite und Europa und den USA auf der anderen Seite laut einer <a class=\"hb-noxhr\" href=\"https:\/\/www.bcg.com\/de-de\/publications\/2020\/redrawing-the-map-of-global-trade\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Analyse des Beratungsunternehmens BCG<\/a> in den kommenden drei Jahren deutlich zur\u00fcckgehen werden, r\u00fcckt S\u00fcdostasien zunehmend ins Zentrum der Globalisierung.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"\">Das Handelsvolumen S\u00fcdostasiens mit Europa und den USA wird demnach bis Ende 2023 um je mehr als 20 Milliarden Dollar wachsen. Der Warenverkehr zwischen S\u00fcdostasien und China soll sogar um mehr als 40 Milliarden Dollar ansteigen, hei\u00dft es in der Ende Juli ver\u00f6ffentlichten Studie.<\/div>\n<div>\n<p><strong>H\u00f6chste Wachstumsrate in S\u00fcdostasien<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Dem rund 100 Millionen Einwohner gro\u00dfen Vietnam werden besonders gute Aussichten einger\u00e4umt, die Entwicklung f\u00fcr sich zu nutzen. Nach Prognosen des Internationalen W\u00e4hrungsfonds kann das Land in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von knapp drei Prozent rechnen \u2013 und steht damit so gut da\u00a0wie kein anderes Land der Region. Weltweit d\u00fcrfte die Wirtschaftsleistung nach Prognosen des <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/iwf\" target=\"_self\">IWF<\/a> um drei Prozent schrumpfen. Die Regierung in Hanoi peilt sogar einen Zuwachs von mehr als f\u00fcnf Prozent an \u2013 auch, weil das Land mithilfe eines entschlossenen Vorgehens der Beh\u00f6rden <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/politik\/international\/coronakrise-einstufung-von-thailand-und-vietnam-als-risikolaender-irritiert-deutsche-wirtschaftsvertreter\/25924042.html\" target=\"_self\">die Corona-Pandemie vergleichsweise gut unter Kontrolle brachte<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Trotz der Viruskrise gingen die neuen ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen im ersten Halbjahr im Vergleich zu den besonders hohen Zufl\u00fcssen im Jahr 2019 nur leicht zur\u00fcck. In Vietnams Sonderwirtschaftszonen, in denen sich ein gro\u00dfer Teil der ausl\u00e4ndischen Investoren ansiedelt, wird der Platz f\u00fcr neue Fabriken zunehmend knapp. Im S\u00fcden des Landes \u2013 dem wirtschaftlichen Zentrum \u2013 stiegen die Quadratmeterpreise f\u00fcr Pachtvertr\u00e4ge im zweiten Quartal um zehn Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Die Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt will die Lage entsch\u00e4rfen und verspricht, bis zum Ende des Jahres die Industriefl\u00e4chen fast zu verdreifachen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Ein Grund f\u00fcr das steigende Interesse ausl\u00e4ndischer Investoren an Vietnam ist der <a class=\"hb-noxhr\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_20_1412\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1.400 Seiten lange Freihandelsvertrag<\/a> zwischen der EU und dem Land, der seit 1. August in Kraft ist. Es ist das umfassendste Handelsabkommen, das die Europ\u00e4er jemals mit einem Schwellenland abgeschlossen haben. In den kommenden Jahren soll es schrittweise die Z\u00f6lle auf 99 Prozent der gehandelten Waren abschaffen. In S\u00fcdostasien hat ansonsten nur der Stadtstaat Singapur ein Freihandelsabkommen mit der EU.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Europ\u00e4ische Unternehmen, die in <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/asien\" target=\"_self\">Asien<\/a> produzieren wollen, k\u00f6nnen durch den Vertrag auf Kostenvorteile hoffen: \u201eWir sind sicher, dass Vietnam nicht nur als Investitionsstandort attraktiver wird, sondern nun auch beim Aufbau alternativer Lieferketten immens an Bedeutung gewinnen wird\u201c, sagt Marko Walde, der die deutsche Auslandshandelskammer in Vietnam leitet.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Das Land \u00f6ffnet sich nicht nur Richtung Europa f\u00fcr den Freihandel. Mit dem transpazifischen Handelspakt CPTPP ist Vietnam seit 2018 in einer Freihandelszone mit L\u00e4ndern wie Japan, Kanada und Mexiko. Au\u00dferdem beteiligt sich Vietnam an den Verhandlungen \u00fcber die regionale Freihandelszone RCEP, die auch China und Australien einschlie\u00dfen soll. Im Gespr\u00e4ch ist auch ein Freihandelsvertrag mit den USA.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"\"><strong>Apple und Google setzen auf Vietnam<\/strong><\/div>\n<div>\n<p>Vietnams Offenheit f\u00fcr die Globalisierung hat bereits zahlreiche gro\u00dfe Konzerne in das kommunistisch regierte Land gelockt. Der iPhone-Hersteller <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/apple\" target=\"_self\">Apple<\/a> verlegte rund ein Drittel seiner Produktion kabelloser Kopfh\u00f6rer von China nach Vietnam. Auch Google und Microsoft haben nach einem Bericht des japanischen Wirtschaftsmagazins \u201eNikkei Asian Review\u201c in diesem Jahr ihre Pl\u00e4ne beschleunigt, einen Teil ihrer Hardware-Produktion von China nach Vietnam zu verlegen. F\u00fcr den Smartphone-Hersteller Samsung ist das Land, das lange prim\u00e4r f\u00fcr Schuh- und Textilproduktion bekannt war, schon seit Jahren der wichtigste Produktionsstandort. Mehr als die H\u00e4lfte der Telefone des koreanischen Herstellers entsteht\u00a0in vietnamesischen Fabriken.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Die zunehmende Produktionsverlagerung internationaler Konzerne wirkt wie ein sich selbst verst\u00e4rkender Effekt: Klebstoffspezialist Tesa begr\u00fcndet etwa seine Entscheidung f\u00fcr den Standort Vietnam auch damit, dass sich zuletzt zunehmend wichtige Kunden des Unternehmens aus der Elektronik- und Automobilindustrie in dem Land angesiedelt h\u00e4tten.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>\u201eVietnam profitiert zunehmend von den Skaleneffekten durch die hohen Direktinvestitionen der vergangenen Jahre\u201c, sagt Le Anh Tuan, Forschungsleiter beim Investmentunternehmen Dragon Capital. Diese h\u00e4tten die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Landes als Produktionsstandort weiter erh\u00f6ht.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Er verweist aber auch auf Probleme: Die schlechte Infrastruktur des Landes habe ein schnelleres Wachstum der Fabriken lange ausgebremst. Aber: \u201eCovid-19 hat die Regierung dazu gebracht, dem Infrastrukturausbau in ihrem Konjunkturprogramm Priorit\u00e4t zu geben\u201c, sagt Tuan. Er glaubt, dass dies Vietnams Wachstumspotenzial im kommenden Jahrzehnt weiter erh\u00f6ht.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Der \u00d6konom erwartet auch, dass Vietnams Erfolg im Umgang mit dem Coronavirus der Reputation des Landes bei ausl\u00e4ndischen Investoren helfen wird: Bisher verzeichnete Vietnam <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/politik\/international\/suedostasien-mysterioeser-virusausbruch-beendet-vietnams-corona-wunder\/26051518.html\" target=\"_self\">weniger als 1.000 best\u00e4tigte Infektionen<\/a> und weniger als zwei Dutzend Todesf\u00e4lle. \u201eDas Land hat seine F\u00e4higkeit bewiesen, mit externen Risiken umzugehen und Stabilit\u00e4t zu bewahren\u201c, sagt Tuan.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p>https:\/\/app.handelsblatt.com\/politik\/international\/serie-coronomics-die-langfristfolgen-der-pandemie-vietnam-positioniert-sich-als-alternative-zu-china\/26091830.html?fbclid=IwAR0KJJorpbc2EKwdy-fnFhg0a6HqGuDrWDIVQuJOSKWyoH-3sYRi1o01vWc&#038;ticket=ST-8909228-gsRdvYziUGEdUCWogNIR-ap2<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_6955\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"6955\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/test.east-sea.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Views: 0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von: Mathias Peer Die Coronakrise f\u00fchrt Unternehmen vor Augen, wie riskant es ist, Lieferketten von einzelnen L\u00e4ndern abh\u00e4ngig zu machen. 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