{"id":5684,"date":"2019-12-29T23:24:52","date_gmt":"2019-12-29T22:24:52","guid":{"rendered":"http:\/\/east-sea.de\/?p=5684"},"modified":"2020-01-04T22:42:50","modified_gmt":"2020-01-04T21:42:50","slug":"suedchinesisches-meer-machtspiele-auf-offener-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/2019\/12\/29\/suedchinesisches-meer-machtspiele-auf-offener-see\/","title":{"rendered":"S\u00fcdchinesisches Meer:\u00a0Machtspiele auf offener See"},"content":{"rendered":"<div class=\"summary\"><em><strong>Malaysia zensiert einen Hollywood-Kinderfilm, Vietnam verbietet ihn. Dahinter steckt ein Konflikt von weltpolitischer Dimension. Hauptakteure: China und die USA.<\/strong><\/em><\/div>\n<div>\n<figure id=\"attachment_5686\" aria-describedby=\"caption-attachment-5686\" style=\"width: 820px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5686 size-full\" src=\"http:\/\/east-sea.de\/datei\/uploads\/2019\/12\/suedchinesisches-meer-usa-china-handelskrieg-militaer-2.jpg\" alt=\"\" width=\"820\" height=\"461\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5686\" class=\"wp-caption-text\">Ein Korallenriff der Gaven Reefs in den Spratly-Inseln, das von China ausgebaut und mit milit\u00e4rischem Ger\u00e4t best\u00fcckt wurde. \u00a9 DigitalGlobe\/\u200bScapeWare3d\/\u200bGetty Images<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"byline\">Eine Analyse von Hauke Friederichs und Steffen Richter<\/div>\n<div class=\"byline\">Dezember 2019, 7:08 Uhr<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Was hat ein r\u00fchrseliger Kinderfilm aus Hollywood mit harten Machtkonflikten rund um China und die <span class=\"rtr-schema-org\">Vereinigten Staaten<\/span> zu tun? Warum zensiert Malaysia den Animationsfilm &#8222;Everest \u2013 Ein Yeti will hoch hinaus&#8220; und Vietnam verbietet ihn gleich ganz? Das Werk hat diesen Herbst in S\u00fcdostasien f\u00fcr viel \u00c4rger gesorgt und das allein wegen einer winzigen Einstellung, in der eine Karte vom S\u00fcdchinesischen Meer mitsamt der sogenannten Neun-Striche-Linie zu sehen ist.<\/div>\n<div>Mit dieser Linie pflegt die Regierung der Volksrepublik <span class=\"rtr-schema-org\">China<\/span> seit rund zehn Jahren ihren Anspruch auf praktisch das gesamte Meer zu illustrieren. Nur: China steht mit diesem Anspruch vollkommen allein da, geht es nach den Vereinten Nationen, ist das S\u00fcdchinesische Meer ein internationales Gew\u00e4sser. Die Anrainer sehen das genauso \u2013 und nat\u00fcrlich haben sie alle eigene Interessen.<\/div>\n<div>\n<figure id=\"attachment_5685\" aria-describedby=\"caption-attachment-5685\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5685 size-full\" src=\"http:\/\/east-sea.de\/datei\/uploads\/2019\/12\/suedchinesisches-meer-usa-china-handelskrieg-militaer.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"371\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5685\" class=\"wp-caption-text\">Ein Ausschnitt aus dem Hollywood-Animationsfilm mit dem \u00f6stlichen Teil der Neun-Striche-Linie (umkreist) \u00a9 Screenshot YouTube\/\u200bDreamworks TV<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das eigentliche Problem f\u00fcr Chinas Nachbarn sind jedoch die Folgen, die aus diesem Anspruch resultieren. China ist mit seinem <span class=\"rtr-schema-org\">Milit\u00e4r<\/span> im S\u00fcdchinesischen Meer pr\u00e4sent und l\u00e4sst andere Staaten die eigenen Anspr\u00fcche auf die Region empfindlich sp\u00fcren.\u00a0 Bislang waren die USA im Westpazifik die dominierende Macht, doch sie haben jetzt Konkurrenz aus Peking. Aus dem einstigen Herausforderer ist ein Rivale auf Augenh\u00f6he geworden.<\/p>\n<p class=\"article__subheading article__item\"><strong>Deutschland will Pr\u00e4senz zeigen<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Handelskonflikt Donald Trumps mit China, dessen weltwirtschaftliche Folgen gerade mit einem ersten Abkommen etwas abgefedert wurden, ist ein Ausdruck dessen, genauso wie beispielsweise der Streit um Chinas latent spionageverd\u00e4chtiges Telekomunternehmen Huawei.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wie angespannt die Lage ist, zeigt sich an \u00c4u\u00dferungen wie der eines Sprechers der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Er lie\u00df jetzt verk\u00fcnden, man werde im S\u00fcdchinesischen Meer verst\u00e4rkt Man\u00f6ver fahren, um f\u00fcr &#8222;unerwartete Konfrontationen&#8220; gewappnet zu sein. Und selbst im weit entfernten Deutschland sprach Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer unl\u00e4ngst davon, mit den Verb\u00fcndeten im indopazifischen Raum Pr\u00e4senz zeigen zu wollen. Dies gelte auch im S\u00fcdchinesischen Meer, erkl\u00e4rte dazu der Inspekteur der Marine, Andreas Krause. Wie konnte es so weit kommen?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Um ihren Machtbereich auszubauen, hat die chinesische Regierung in den vergangenen zehn Jahren im Meer so viele Claims wie m\u00f6glich abgesteckt und daf\u00fcr weit von der eigenen K\u00fcste entfernt liegende Riffe und Sandb\u00e4nke besetzt, zu Inseln aufgesch\u00fcttet und als milit\u00e4rische Au\u00dfenposten ausgebaut. Daf\u00fcr wurden zwischen 2013 und 2018 fast 13 Quadratkilometer Land gewonnen mit insgesamt drei Startbahnen f\u00fcr Milit\u00e4rflieger, dazu neun Hubschrauberlandepl\u00e4tze, neun H\u00e4fen und 13 Radarstationen. Zwanzig Au\u00dfenposten hat China heute allein auf den Paracel-Inseln, sieben auf den Spratlys.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Was die Lage noch verwickelter macht, ist, dass es im Meer zahlreiche Inseln gibt, auf die mehrere Anrainerstaaten teilweise \u00fcberlagernde Anspr\u00fcche erheben. Besonders brisant ist die Situaton auf den Spratlys, deren gr\u00f6\u00dfter Teil von Vietnam besetzt ist und wo noch vier weitere Anrainerstaaten Inseln kontrollieren.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Militarisierung des S\u00fcdchinesischen Meers durch vor allem China hat einen der global wichtigsten Seewege innerhalb von ein paar Jahren zu einem Spannungsgebiet schlechthin gemacht. Immerhin gehen hier laut den Vereinten Nationen (UNCTAD) fast 30 Prozent des Welthandelsdurch, das Meer hat reichhaltige Fischgr\u00fcnde und wohl auch \u00d6l- als auch Gasfelder, dazu verlaufen zahlreiche Flugrouten \u00fcber dem Meer. Und vor allem: die USA sind im Westpazifik seit 1945 mit ihren Flotten und St\u00fctzpunkten wie auf dem pazifischen Guam die milit\u00e4risch dominierende Macht. Alles weist daraufhin, dass China die USA hier unbedingt abl\u00f6sen will.<\/p>\n<div class=\"x-content-column x-spacing\"><\/div>\n<div>\n<p class=\"paragraph article__item\">Deswegen r\u00fcstet China seit Langem schon kr\u00e4ftig auf. Viele Jahre lang geschah das im Geheimen. Konkrete Zahlen zu ihrem Wehretat und den Streitkr\u00e4ften nennt die Regierung in Peking bis heute nicht. Die Friedensforscher von SIPRI, einem Institut aus Stockholm, sehen das Land dennoch auf Platz zwei der Nationen, die am meisten Geld f\u00fcr ihre Streitkr\u00e4fte ausgeben \u2013 hinter den Vereinigten Staaten. 250 Milliarden soll China laut den schwedischen Konfliktforschern f\u00fcr die Armee aufgewendet haben, immerhin 14 Prozent der weltweiten Milit\u00e4rausgaben. In den vergangenen zehn Jahren stieg der R\u00fcstungsetat um 83 Prozent.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Regierung Trumps gab 2018 fast so viel aus wie die acht Staaten auf den Pl\u00e4tzen zwei bis neun der SIPRI-Rangliste zusammen. Doch gerade in den Programmen der Amerikaner zur Modernisierung des Waffenarsenals und zum Ausbau des Milit\u00e4rs sieht China eine Herausforderung. Denn bereits unter Pr\u00e4sident Barack Obama hatten die Amerikaner offiziell angek\u00fcndigt, sich k\u00fcnftig st\u00e4rker auf den Westpazifik konzentrieren zu wollen.<\/p>\n<p class=\"article__subheading article__item\"><strong>China hat keine Alliierten<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Peking versucht auf der anderen Seite, die Kontrolle \u00fcber Teile des Meeres zu gewinnen, indem es die Bewegungsfreiheit f\u00fcr Kriegsschiffe beschr\u00e4nkt. Fremde Regierungen sollen jetzt die zust\u00e4ndigen Stellen in China dar\u00fcber informieren, wenn deren Marineeinheiten das S\u00fcdchinesische Meer an den neuen Au\u00dfenposten entlang passieren.<\/p>\n<section id=\"seite-2\" class=\"article-page\">\n<p class=\"paragraph article__item\">Die USA ignorieren das jedoch und fahren innerhalb der von China beanspruchten Zw\u00f6lf-Seemeilen-Hoheitsgew\u00e4sserzonen nahe den umstrittenen Inselst\u00fctzpunkten sogenannte <em>Freedom of Navigation<\/em>-Operationen, seit 2015 bereits mindestens 15 Mal. Auch die Taiwanstra\u00dfe passieren die US-Marine und Nato-Verb\u00fcndete regelm\u00e4\u00dfig. Die KP-Regierung in Peking beansprucht die demokratische und autonom regierte Inselrepublik Taiwan f\u00fcr sich.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Januar 2019 hielten die USA mit Gro\u00dfbritannien zudem ein Man\u00f6ver im S\u00fcdchinesischen Meer ab, im Mai durchfuhr die US-Marine gemeinsam mit Booten aus Indien, den Philippinen und Japan die umstrittenen Gew\u00e4sser an Chinas Au\u00dfenposten. Inzwischen verlangt Chinas Regierung selbst f\u00fcr die Anschlusszonen der Hoheitsgew\u00e4sser \u2013 die bis zu 200 Seemeilen weit reichende sogenannte Ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszone \u2013 eine Durchfahrtgenehmigung.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Ausweitung von Einflusszonen und die <em>Freedom of Navigation<\/em>-Fahrten sind symbolische Demonstrationen milit\u00e4rischer Macht, in deren Folge es aber zu teilweise gef\u00e4hrlichen Zwischenf\u00e4llen kommt. So wie vor einem Jahr, als der amerikanische Zerst\u00f6rer <em>USS Decatur <\/em>an den Spratlys von einem chinesischen Kriegsschiff blockiert und bedroht wurde. China und die USA treffen zudem im Luftraum \u00fcber dem Meer aufeinander, 2014, 2016 und 2017 behinderten chinesische Abfangj\u00e4ger US-Aufkl\u00e4rungsflugzeuge, die im internationalen Luftraum unterwegs waren.<\/p>\n<p class=\"article__subheading article__item\"><strong>Mit Wasserkanonen gegen Fischerboote<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Au\u00dfer \u00fcber k\u00fcnstliche Inseln und mit Kriegsschiffen manifestiert China seine Pr\u00e4senz im S\u00fcdchinesischen Meer mit der weltweit gr\u00f6\u00dften K\u00fcstenwachflotte, der China Coast Guard (CCG), die zur Bewaffneten Volkspolizei Chinas geh\u00f6rt und 2013 aus vier zum Teil paramilit\u00e4rischen Grenzschutzdiensten hervorging. 130 Patrouillenboote hat die CCG, die neueren sind ausgestattet mit Helikopteranlagen und Wasserkanonen. Von den 70 gr\u00f6\u00dferen Zusammenst\u00f6\u00dfen, die seit 2010 im S\u00fcdchinesischen Meer registriert wurden, war in fast zwei Drittel der F\u00e4lle mindestens ein Polizeiboot aus China beteiligt, wurde am &#8222;CSIS ChinaPower Project&#8220; ermittelt.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Am 6. M\u00e4rz beispielsweise beschoss ein chinesisches Schiff ein vietnamesisches Fischerboot mit Wasserkanonen, das im Discovery-Reef in den Paracel-Inseln unterwegs war. Das Fischerboot lief daraufhin auf dem Riff auf und versank. Aber auch die kleineren Staaten tragen untereinander Scharm\u00fctzel aus, so wie Ende April, als bei den Natuna-Inseln ein vietnamesisches Fischerboot von einem indonesischen Marineschiff aufgebracht und die Fischer verhaftet wurden, woraufhin zwei Fischerei\u00fcberwachungsboote aus Vietnam wiederum das indonesische Schiff rammten.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vietnam und Indonesien geh\u00f6ren aber gleichzeitig zu den Staaten, die angesichts der Aggressivit\u00e4t Chinas die N\u00e4he zu Washington suchen. Weitreichende Sicherheitsgarantien der USA bestehen mit Taiwan und im Norden mit Japan und S\u00fcdkorea. Als verl\u00e4ssliche Milit\u00e4rpartner der Vereinigten Staaten gelten auch Thailand, Singapur und die Philippinen. Im Ostchinesischen Meer streitet sich China au\u00dferdem mit Japan um die Senkaku-Diaoyu-Inseln, die von Tokio kontrolliert werden.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die strategische Verl\u00e4sslichkeit der USA hat f\u00fcr die westpazifischen Staaten durch den unkalkulierbaren Donald Trump allerdings stark gelitten. China auf der anderen Seite hat keine Alliierten oder befreundete Staaten in seiner Nachbarschaft.\u00a0 Allenfalls Kambodscha und Laos stehen Peking etwas n\u00e4her, mit Kambodscha soll es einen Geheimvertrag geben, der China die Nutzung eines Marinest\u00fctzpunktes am Golf von Thailand erm\u00f6glicht. Beide Staaten sind arm und freuen sich \u00fcber Geld vom gro\u00dfen Nachbarn. Nordkorea, von China abh\u00e4ngig, ist wegen seines unberechenbaren Diktators ein schwieriger Vasall. Mit Russland h\u00e4lt China inzwischen Man\u00f6ver ab. Die Regime misstrauen sich, sie eint aber ihre Abneigung gegen\u00fcber der US-amerikanischen Vormachtstellung.<\/p>\n<\/section>\n<section id=\"seite-3\" class=\"article-page\">\n<p class=\"article__subheading article__item\"><strong>China best\u00fcckt U-Boote mit strategischen Nuklearraketen<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Um den Einfluss der USA auf die Nachbarl\u00e4nder Chinas weiter zu beschneiden, l\u00e4sst Peking gezielt Waffen entwickeln, mit denen die Amerikaner auf Abstand gehalten werden sollen \u2013 und mit denen ein Vergeltungsangriff m\u00f6glich w\u00e4re, sollte es zur direkten Konfrontation kommen. Dazu geh\u00f6ren autonome Systeme wie bewaffnete Langstreckendrohnen und Schiffsroboter mit gro\u00dfer Reichweite, Schadprogramme und Spionagesoftware f\u00fcr den Cyberkrieg sowie biologische Waffen.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Interessant sind f\u00fcr die Chinesen auch <em>Hypersonic Weapons<\/em>, Flugk\u00f6rper mit vielfacher Schallgeschwindigkeit. So wie die chinesische DF-ZF, auch WU 14 genannt. Experten in Amerika f\u00fcrchten, dass das Waffensystem f\u00fcr die amerikanische Raketenabwehr zu schnell ist. Die USA und Russland haben ebenfalls solche Hightech-Flugk\u00f6rper, Indien und andere Staaten arbeiten daran. Allein mit dem erfolgreichen Test der DF-ZF 2014 untermauerte die chinesische Armee ihren Anspruch, zu den weltweit st\u00e4rksten Streitkr\u00e4ften zu z\u00e4hlen.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Amerikanische Flugzeugtr\u00e4gerverb\u00e4nde will China mit modernen Antischiffraketen aus den unmittelbaren Gew\u00e4ssern fernhalten. Die Tr\u00e4ger sind gef\u00e4hrliche Waffensysteme, sie gelten aber als sehr verwundbar, sind teuer und haben derart gro\u00dfe Besatzungen, dass ein Verlust besonders schmerzhaft w\u00e4re. Die chinesische Volksbefreiungsarmee soll zudem \u00fcber 1000 bis 1200 moderne Kurzstreckenraketen mit bis zu 1000 Kilometern Reichweite verf\u00fcgen, sie dienen als Schutzglocke \u00fcber dem ost- und s\u00fcdchinesischen Meer. Jedes amerikanische Kriegsschiff, das sich der K\u00fcste Chinas in diesem Radius n\u00e4hert, kann damit bek\u00e4mpft werden. 1996 beendete eine Machtdemonstration der USA mit zwei Flugzeugtr\u00e4gergruppen die gerade akut gewordene Taiwan-Krise. Die US-Marine hatte die Verb\u00e4nde in die Konfliktzone entsandt und China br\u00fcskiert. Heute w\u00e4re ein solches Vorgehen sehr viel riskanter.<\/p>\n<p class=\"article__subheading article__item\"><strong>Die Dongfeng-26-Rakete kann Guam treffen<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch um dieses Arsenal behalten zu k\u00f6nnen, ist die Regierung in Peking nie dem INF-Vertrag beigetreten, der die Ausbreitung solcher Raketen verhindern sollte und j\u00fcngst von Amerikanern und Russen aufgek\u00fcndigt wurde. China hat das Ende des Vertrages kritisiert \u2013 vermutlich, weil das Regime eine weitere Aufr\u00fcstung Amerikas mit Mittelstreckenraketen f\u00fcrchtet.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">J\u00fcngst pr\u00e4sentierte Chinas F\u00fchrung ihr Arsenal sehr selbstbewusst auf der Milit\u00e4rparade zum 70. Jahrestag der Volksrepublik in Peking. Darunter waren auch weiter entwickelte Raketen, wie die Dongfeng-21D, die in den USA als Flugzeugtr\u00e4ger-Killer gilt, und bereits eine Reichweite von 1.500 Kilometer aufweist. Dazu zeigte das Milit\u00e4r die Dongfeng-26, ein Geschoss, mit dem die US-Basis auf der Pazifikinsel Guam getroffen werden kann.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Heute bestreitet niemand mehr, dass China in der Lage ist, Flugzeugtr\u00e4ger in gro\u00dfer Entfernung zu versenken oder den St\u00fctzpunkt auf Guam zu zerst\u00f6ren. Und das Land zeigte auch, dass seine Langstreckenraketen mobil sind. Die Geschosse der Dong-Feng-Reihe ben\u00f6tigen nicht zwingend ein unterirdisches Startsilo. Sie k\u00f6nnen auch von mobilen Startrampen aus abgefeuert werden und w\u00e4ren deswegen im Kriegsfall f\u00fcr Gegner viel schwerer aufzusp\u00fcren und zu bek\u00e4mpfen als festinstallierte Systeme.<\/p>\n<div class=\"x-spacing zg-halfwidth--right\">\n<div class=\"zg-map-embed mapboxgl-map zg-map-embed--static zg-map-embed--style-terrain zg-map-embed--viewport-narrow\">\n<div class=\"mapboxgl-control-container\">\n<div class=\"mapboxgl-ctrl-top-left\">\n<div class=\"mapboxgl-ctrl-bottom-right\">\n<div class=\"mapboxgl-ctrl mapboxgl-ctrl-attrib mapboxgl-compact\">\n<p class=\"paragraph article__item\">Dazu kommt, dass China viel Geld in seine U-Boot-Flotte investiert und inzwischen seinen dritten Flugzeugtr\u00e4ger konstruiert. Ende November lie\u00df man demonstrativ den ersten im Inland gebauten Tr\u00e4ger durch die Taiwanstra\u00dfe fahren \u2013 gefolgt von Schiffen der US-Navy und der japanischen Streitkr\u00e4fte. U-Boote best\u00fcckt Chinas Kriegsmarine mit strategischen Nuklearraketen. So kann die Regierung jedem Aggressor mit einem Zweitschlag drohen. Auch seine Atomwaffen baut das Land weiter aus. Der Trend geht hier \u2013 nicht nur in China \u2013 zu kleineren Nuklearsprengk\u00f6pfen, die mit verheerender Wirkung gezielter treffen sollen, um die Strahlung regional begrenzen zu k\u00f6nnen. Allerdings ist \u00f6ffentlich wenig \u00fcber das Kernwaffenarsenal der Volksbefreiungsarmee bekannt. China soll \u00fcber gut 280 Nuklearsprengk\u00f6pfe verf\u00fcgen \u2013 die USA haben 6450.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Beraten lassen hat sich das Filmstudio, das den Yeti auf die Leinwand gebracht hat, anscheinend nicht. In dem Kinderfilm spielt die Karte, die so viel Hader verursachte, keine Rolle. Dass sie gezeigt wurde, liegt allein daran, dass der Film eine Koproduktion mit einem chinesischen Filmstudio ist. M\u00f6glicherweise ist die Karte bewusst von der chinesischen Propaganda eingeschmuggelt worden. Dass ihr kurzes Aufscheinen so viel Zorn in Vietnam, auf den Philippinen oder in Malaysia ausl\u00f6st, zeigt, wie angespannt die Lage angesichts Chinas Expansion ist.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Klagen der Anrainer k\u00fcmmert Chinas Regierung aber nicht weiter. In Peking interessiert man sich nur daf\u00fcr, dass die USA aus ihrem Hinterhof verschwinden. Und das sobald wie m\u00f6glich. Und Chinas F\u00fchrung will m\u00f6glicherweise noch weiter hinaus. Im Osten bem\u00fcht sie sich auff\u00e4llig um die Staaten der s\u00fcdpazifischen Inseln und nicht nur die Amerikaner vermuten dahinter milit\u00e4risch-strategische Absichten. Im Westen \u00e4rgert sich Indien dar\u00fcber, dass chinesische U-Boote jetzt in der Andamanensee kreuzen \u2013 die Inder sehen diese als ihren Hinterhof.<\/p>\n<p>zeit.de<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_5684\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"5684\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/test.east-sea.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Views: 0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Malaysia zensiert einen Hollywood-Kinderfilm, Vietnam verbietet ihn. Dahinter steckt ein Konflikt von weltpolitischer Dimension. Hauptakteure: China und die USA. Eine Analyse von Hauke Friederichs und Steffen Richter Dezember 2019, 7:08 Uhr Was hat ein r\u00fchrseliger Kinderfilm aus Hollywood mit harten Machtkonflikten rund um China und die Vereinigten Staaten zu tun? Warum zensiert Malaysia den Animationsfilm [&hellip;]<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_5684\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"5684\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/test.east-sea.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[97,1,37,38],"tags":[101],"class_list":["post-5684","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","category-allgemein","category-thoi-su-tong-hop","category-ostsee-vietnam","tag-ostsee-vietnam"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"de","enabled_languages":["vi","en","de"],"languages":{"vi":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5684"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5684\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5687,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5684\/revisions\/5687"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/test.east-sea.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}